Eben wieder gesehen, was Neill Blomkamp gemacht hat, bevor er mit der Transformers-inspirierten Werbekampagne von Citroen in aller Munde war – und natürlich auch als Regisseur der Filmadaption des Videospiels Halo.
Die Rede ist von Alive in Joburg, einem 2005 entstandenen, geschickt mit den Mitteln der fiktiven Reportage spielendem Kurzfilm. Die Handlung ist schnell erklärt: extraterrestrische Flüchtlinge siedeln sich in den Townships von Johannesburg an. Was folgt ist eine meisterhaft zusammengestellte Collage aus realen Nachrichtenbildern, gestellten (oder auch nicht gestellten) Interviews und perfekt integrierten CGI-Effekten. Analog zu seinem thematisch ähnlichen Short Tetra Vaal (zu sehen hier).
Durch die Datierung des Gezeigten auf das Jahr 1990 ist es unvermeidlich, dass die Bilder den Zuschauer dazu bringen, sofort Querverweise und Vergleiche mit den bereits im Medienkosmos vorhandenen und etablierten Bedeutungen zu ziehen.
Insofern ein herausragendes Beispiel; wer hätte gedacht, dass Mechfights durchaus auch politisch konnotiert sein können. Hoffentlich wirkt das auch bei denen so, die aufgrund ihres Alters nichts mehr mit dem Begriff der Apartheid anfangen können. Allegorische Kompetenz bedarf auch immer dem Wissen um das Verknüpfte. Anyway, Alive in Joburg gibts mittlerweile bestimmt bei Youtube und Konsorten, aber ich geb hier mal den Link auf archive.org, ganz einfach weil ich das, was das Internet Archive macht für unterstützenswerter halte.

