Fell (Warren Ellis)

fell_01_cover.jpgRichard Fell, der namensgebende Protagonist, wird in den verfallenden Bezirk Snowtown versetzt und muss sich dort als einer von dreieinhalb Detectives dem Unrat und Verderben dieses düsteren Bezirks stellen. Und bekommt es schon in den ersten drei Ausgaben mit Einläufen, toten Embryos und Selbstmordbombern zu tun.

Mit Fell hat Warren Ellis, in Zusammenarbeit mit Ben Templesmith, Ende 2005 ein Experiment mit einer neuen Form der seriellen Publikation von Comics gewagt. Anstatt den üblichen Splashpages oder Werbeanzeigen gibt es in den 24 Seiten von Fell 16 Seiten Story, durchschnittlich mit 9 Panels per Seite, was den einzelnen Episoden eine sehr geschlossene Struktur gibt. Kein Platz für überflüssige Spielereien, es steht alles im Dienst der Geschichten. Auch der Ansatz dahinter verdient Respekt, den im Wust der Endlosserien, die nur als Sammelband eine zufrieden stellende Geschichte liefern, ist Fell herausragend; denn jede Ausgabe kann auch für sich stehen. Ellis sagt dazu in einem Interview:

Why? Well, I don’t know about you, but I remember being poor. I remember the difference between (the local equivalent of) a dollar ninety-nine and three bucks being the difference between buying a comic or missing a meal. And for that purchase price, I wanted value — a complete experience that I’d want to replay again and again.

Umgesetzt wurde Fell von Ben Templesmith, dessen bekannteste Arbeit wohl 30 Days Of Night ist - von dem auch gerade eine Verfilmung unter der Aufsicht von Sam Raimi produziert wird. Seine bei aller Klarheit fast schon zitternden Linien und die wenigen Primärfarben ergeben - im Zusammenspiel mit den formalen Restriktionen der Geschichte - ein faszinierendes Zerrbild einer urbanen Realität. Ich bin begeistert, vor allem da auch Warren Ellis sich hier mit seiner doch manchmal recht graphischen Erzählweise sehr zurückhält. Und Fell gibts nicht nur billig, sondern auch noch online für umsonst. Zumindest die erste Ausgabe.

Ein Trackback

  1. Von Mürrische Briten « m.arschflugkoerper am 16 März, 2007 um 17:48 Uhr nachmittags

    [...] 2007 Black Summer , Warren Ellis , Comic Ich hab ja dem Warren Ellis seine Fell-Serie hier schon mal gelobt. Und seine kommende 8-teilige Miniserie Black Summer hört sich viel versprechend [...]

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