Kennst Du Toiletten-Ping-Pong?

Schau links, schau rechts, überall das Gleiche. Gerade auf dem Pfad über die NachDenkSeiten diesen Artikel der NZZ gefunden. Und es ist im Kern nichts Neues, was dort erzählt wird, jeder der mit seinem Feedreader zwei bis drei große deutsche Online-Nachrichtenquellen abonniert hat, kann davon ein Lied singen. Sobald etwas Nennenswertes passiert, klackern beinah im Sekundentakt die ewig gleichlautenden Informationshappen rein. 5 Artikel in einem Feed zum selben Thema sind innerhalb eines Tages keine Seltenheit, auch wenn darin nicht mehr geliefert wird als in den vorigen. Also lag der gute Luhmann doch falsch, denn es scheint nur noch eine pluralisierte Neuheit der Information zu geben:

Die Studie zweifelt ferner daran, dass die Vervielfachung der Kanäle seit 1986 zu einer substanzielleren Berichterstattung geführt hat. Festgestellt wird eine beschleunigte Reproduktion des Immergleichen.

Schade an solch einem Zustand ist die fehlende Diversität der konstruierten Welt. Das abgeglichene Schreiben bedingt das abgeglichene Denken; es wird immer wieder an die strukturell gleichen Formen der populären Kommunikation angeschlossen. Dabei könnte es doch in einer vernetzten Welt mit ihrer Kontingenz an Perspektiven, Themen und Meinungen durchaus von Vorteil sein, diese auch journalistisch als qualitativen Faktor zu bewerten. It could be different, you know?

Also gebt mir etwas, das wirklich neu ist, das mich berührt und inspiriert und neue Blicke ermöglicht. Und ich werd mitsingen. Wahlweise auch Schreien.

Ein Trackback

  1. Von Hilarity 2.0 « m.arschflugkoerper am 3 Februar, 2007 um 14:16 Uhr nachmittags

    [...] , Meinung , Soziologie , Internetz , medienwissenschaft , Kultur 2.0 Noch mal das Thema meines gestrigen Postings aufgreifend: die Reproduktion des Immergleichen kann auch von 1000 Bloggern betrieben werden. Dazu [...]

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