Einmal lief ich mit einem sehr guten Freund durch die Stadt. Er als Standard-Punker mit Kapuzenpulli, Baggypants und schwarzen Fingernägeln. Ich komplett in schwarz, Chucks an den Füßen und eine Basecap ins Gesicht gezogen. Wir sahen beide richtig böse aus, aber das wollten wir so. Die Welt war schlecht und die Gesellschaft sowieso. Tanzen würden wir nur auf ihren Trümmern.
Wir kamen durch die Straße, die auch das lokale Theater beherbergte. Um die Ecke biegend – wir die Härte in den Augen, waren wir die coolsten Säue in dieser Stadt – kam uns jemand entgegen. Es war Peer Augustinski, bekannt aus Funk und Fernsehen, mit zerfurchtem Gesicht und blondem Haar, das ihm ins Gesicht wehte. Er blickte auf, taxierte uns kurz und war auch gleich an uns vorbei; um die Ecke verschwunden.
Heh, war das nicht…? sagte mein Freund. Ich darauf Ja, Mann, das war Peer Augustinski! Aber der Moment war schon verflogen. Nur ein flüchtiger Blick, leise wie Blätter im Herbstwind.
Ein perfekter Moment für ein Plattencover, hätten wir ihn nur irgendwie festgehalten. Es stellte sich heraus, dass Peer Augustinski für ein Gastspiel in der Stadt weilte. Wir haben ihn in den folgenden Tagen nicht wieder gesehen. Damals und heute nicht. Nie wieder.
Keine Autogramme. Aber besser als jährlich Chaostage.


[...] 4. Mai 2007 Alltag Flüchtige Begegnungen mit Berühmtheiten kann ich ja schon vorweisen. Gerade eben noch mal passiert, diesmal aber jemand anders. Es könnte sein dass ich mich irre, [...]