Ab und an sehe ich – meistens irgendwo im Nachtprogramm – irgendwelche Gegner des Klimawandels. Die sich nicht scheuen, jahrelange, objektivierende und wissenschaftliche Forschung mit ihren eigenen Gedankengebäude hinwegzuwischen, und das mehr schlecht als recht, an den Faktoren Nachvollziehbarkeit und genereller Validität gemessen. Da komm ich schnell zum Wörtchen Glaube, und bin Vernunft sei Dank nicht der einzige:
„Sowohl Evolutionsgegner als auch Klimaskeptiker reklamieren alle Wissenschaft und Sachlichkeit für sich, während sie ihren Gegnern einen Dialog auf Augenhöhe verweigern, indem sie ihnen die Wissenschaftlichkeit absprechen.„
Und Gläubige müssen zwangsläufig ab einem bestimmten Grad – wenn das unterschwellige Ahnen in konkretisierende Worte und Bedeutungen gepackt wird – Probleme mit der Wissenschaft kriegen. Ganz einfach, weil sie eine Konkurrenz zu den eigenen Lebensentwürfen und Weltbildern darstellt.
„Ein religiöser Evolutionskritiker hat kein Problem mit einer Biologie, die hilft, bessere Nutztiere und –pflanzen zu züchten. Aber wenn sie Aussagen über die Schöpfung macht, dann ist sie keine Wissenschaft mehr. Ein fortschrittsgläubiger Klimaskeptiker erwartet ebenfalls nur praktischen Nutzen von der Wissenschaft, ewigen Fortschritt – und irgendwann die Besiedelung des Mars. Wenn nun aber die Wissenschaft selbst behauptet, dass der auf ihr fußende Fortschritt nicht unbegrenzt ist, so ist sie für ihn keine Wissenschaft mehr, weil sie seine Weltanschauung zerstört.„
Wie wahr. Genau so wie Glaube im Sinne des praktischen Nutzens für das Zusammenleben ein durchaus gültiges Konstrukt sein kann, aber mit Aussagen über die Schöpfung – von denen er auch nicht loszulösen ist – sich jedwede Rechtfertigung selbst entzieht. Weil der Glaube eben auf Glauben aufbaut, nicht auf Argumenten, Beobachtungen und Revisionen. Da brenn ich lieber im nicht-existierenden Höllenfeuer, bevor ich das anerkenne.


[...] Armutszeugnis wäre sonst noch eine nette Beschreibung. Und ich kann nicht glauben, dass ich das immer und immer wieder schreiben [...]