In der Tankstelle stand ich an der Kasse. Vor mir noch etliche Leute. Und ich ertappte mich dabei, mit dem Gedanken zu spielen, mal wieder ein gedrucktes Medienerzeugnis mit nach Hause zu nehmen. Wollte aber nicht die Katze im Sack kaufen.
„Der Journalist, der in ordentlich ausgestatteten Print-Redaktionen früher problemlos mal eine Woche für eine Geschichte hatte (und dabei auch noch ordentlich bezahlt wurde), besitzt ein völlig anderes Berufsbild als der tagesaktuelle Onliner, der jeden Tag eine Story nach der anderen einhackt. Die Zeit für Recherchen wird immer geringer, stattdessen verbrät man lieber wassersuppenartige Agenturmeldungen, angereichert mit wenig eigenem Fleisch. Der Nutzer kriegt das mit: Ein Blick bei Google News genügt, das alle das Gleiche schreiben.„
Was ich lesen will, das steht nirgends geschrieben. Und wenn doch, dann steht es irgendwo zutiefst versteckt. In den meisten Zeitungen suche ich mir die Finger wund, im Netz erst recht, nur ohne Druckerschwärze. Jeden Tag 1227 knallharte Fakten, die brauch ich natürlich. Aber daraus ziehen kann ich außer den eigenen Schlussfolgerungen nichts.
„Dem Journalismus ist es eigentlich völlig egal, was seine tatsächliche Darstellungsform ist. Er braucht nur ein Medium, in dem er adäquate Beachtung findet.„
Und diese Tage kommt mir immer wieder und immer öfter der Gedanke, dass ich schon besseren Journalismus Scheiße gefunden habe. Wenn trotzdem mal die Flinte das Korn trifft, dann bin ich umso glücklicher. Gib mir einen Grund und ich werd mitsingen – vielleicht für immer. Ansonsten lass es bleiben.
Zitate von hier.

