Manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken. So heißt es zumindest in einer Redewendung, die auch gern benutzt wird, zum Beispiel wenn man sich von einer ungebührlichen humoristische Perspektive auf – sagen wir mal – sensible Zusammenhänge dennoch unterhalten und belustigt fühlt. Es aber nicht im allgemein gültigen Ermessen vorgesehen ist, darüber lauthals auf die Schenkel zu klopfen. Man hält sich ja schließlich an die Konventionen der zivilisierten Welt.
Das kann natürlich auch bei Sachen passieren, die eigentlich gar nicht zum Lachen gedacht sind. So saß ich mit einem damals sehr guten Freund bei Saving Private Ryan im Kino. Die Presse hatte den Film schon lange vorher als die realistischste, erschütterndste Darstellung der Gräuel des Krieges gefeiert und Steven Spielberg gab natürlich nach Schindlers Liste das moralische Maß der Aufarbeitung vor – die oberste Instanz des Anti-Kriegsfilms und Betroffenheitskinos, wenn man so sagen will. Was zur Folge hatte, dass auch das gehobenere Bildungsbürgertum im örtlichen Multiplexkino anzutreffen war, von der Macht des Feuilletons getrieben.
Die Minuten vor dem Film verbrachten wir also in einer zurückhaltend-seriösen Atmosphäre, jedem war die Ernsthaftigkeit des Ganzen ins Gesicht geschrieben. Leise gemurmelte Gespräche zwischen dem Studienrat und seiner Mutter wurden nur kurz durch geflüsterte Bekanntmachungen mit den Kollegen vom Lions Club unterbrochen. Dazwischen wir – nicht minderjährig, aber trotzdem meistens auf Randale aus – in den weichen Sesseln. Als das Licht ausging und die berühmt-berüchtigte Strandszene vor unseren Augen flimmerte, war respektvolles Schweigen angesagt, wenn nicht sogar Pflicht. Also eine Situation von fast schon loriotschen Ausmaßen.
Während Tom Hanks die Gliedmaßen seiner Kameraden um die Ohren flogen, beugte sich mein Freund zu mir herüber und machte eine kurze Bemerkung. Eine Bemerkung, ein kurzer Satz, der den uns umgebenden Rahmen und die Situation mit einem Mal umdrehte – eine neue Perspektive bot. Er sagte: Versuch jetzt mal nicht zu lachen!
Was mir dann zugegebenermaßen sehr schwer fiel.


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