Gestern Abend 300 gesehen. Was die Comicvorlage noch an individueller Projektionsdistanz hatte, ist da komplett absent – diese Sätze klingen in Sprechblasen gut und bedingen – die Materialität (Danke, Herr Nachbar!) des Mediums nutzend – eine reflexive Ebene des Geschichtenerzählens; eingebunden in einen internen wie externen Kontext, der den Panels eben die Möglichkeit gibt, mehr als nur Farbe auf Papier zu sein. Mehr zu sein als das tatsächlich Vorhandene. Klar, dass ein Wechsel des Erzählmediums da Adaptionseffekte erforderlich macht. Was Regisseur Zack Snyder aber unterlassen hat, sich sogar mit dieser Unterlassung brüstet.
Dabei kommt ein Film heraus, der in seiner starken Visualität durchaus überzeugen kann, aber ansonsten nichts außer blanken Scherenschnitten zu bieten hat. Weder in den Figuren, noch den Dialogen – auch der Rest des Films wirkt wie ein Zoetrop, das von einem Kleinkind gedreht wird, dem die reine Wahrnehmung unterschiedlicher Laufgeschwindigkeiten Spektakel genug ist. Wenn in einem Film Dialoge geführt werden, wie sie auch in einer pubertären Rollenspielgruppe vorkommen könnten, dann ist das kein gutes Zeichen. Und daran muss auch jede Analyse von 300 – ob aus politischer, medienvergleichender oder sogar Queer Studies-Perspektive – scheitern. Da 300 sich eben nicht entscheiden kann, aus der Form der bunten Bildchen auf Papier eine genuine Ausdrucksform des filmischen Mediums zu machen, somit eher in die Nähe des schon genannten Zoetrops rückt, eher eine Wiederholungsschleife der immer wieder gleichen Zeichen ist. Dem martialischen Kriegerpathos, der Boris Vallejo-artigen Ikonographie, der fast schon binären Körperlichkeit von Gut und Böse – alles ins Unendliche zerdehnt. Für eins kann sich 300 aber durchaus entscheiden: ein etwas langweiliger Film zu sein, der immer dann scheitert, wenn er ehrliche Camp-Qualitäten entwickeln will. So gesehen Zeitverschwendung.
Die andere Verfilmung eines Comics von Frank Miller – Sin City – konnte auch nur über die starke Bindung des Comics an filmische Noir-Elemente funktionieren, den Kreis damit schließen. Während 300 statt eines Kreises eher eine ziellose Acht formt. Aber vielleicht stand auch nur der Frank Miller mit dem Rohrstock hinter Zack Snyder und hat ihm bei jedem Versuch, einen Film zu drehen, auf die Finger gehauen. Man weiß es nicht.
Hier noch ein Bild von Gerard Butlers erster Hauptrolle – als bärtiger Zwerg in einem Musikvideo von Janet Jackson:



[...] – auch wenn ich ob der Qualität der Umsetzung skeptisch bin, schließlich hat Zack Snyder schon vorher gezeigt, dass eine differenzierte Inszenierung nicht zu seinen Stärken zählt. Etwas, dass bei einem Werk [...]