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Stempel aufdrücken, irgendwie

In Allgemeines on 28. April 2007 by Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Manchmal, wenn ich durch die Stadt gehe, fallen mir kleine, fast unbedeutende Sachen auf. Wenn weggeworfene Kronkorken in beinah perfekter Symmetrie auf dem Bürgersteig liegen; dann denke ich sofort, das hat jemand bewusst dort platziert. Ein Zeichen, den Eingeweihten bekannt und für den Rest der Welt unsichtbar.

Vielleicht ist das die urbane Version des Herzens in der Baumrinde: eingeritzt für eine kurze Ewigkeit. Irgendwas zwischen Sekunden und Jahrhunderten. Etwas, dass die Zeit überdauern soll, oder zumindest ein Hinweis ist. Auf die eigene Existenz, das eigene Leben. Die Spur, die man hinterlassen möchte. Auch wenn das alles vergänglich ist, ein kleiner Moment eigentlich nur. Zumindest kann man danach streben und hoffen, dass die Erkenntnis einen nicht wie ein Vorschlaghammer trifft. So ist es meinem Vater passiert, und das ist auf die alten Tage kaum zu ertragen. Also sollte ich mich schon früh damit anfreunden, das Unbedeutende in mein Herz schließen.

Was mich trotzdem nicht daran hindert, an Sachen wie diesen eine diebische Freude zu empfinden. Ich habe mich schon lange gefragt ob es je irgendjemand bemerken wird, dass in Büchergeschäften die Einordnung von bestimmten Büchern in das falsche Regal kein Zufall ist. Man muss nur ein wenig querdenken und es werden einem neue Bedeutungen gewahr. Zumindest wenn ich in einem Büchergeschäft arbeiten würde.

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