In manchen Städten – hierzulande vielleicht nicht so im öffentlichen Raum präsent wie beispielsweise an der US-mexikanischen Grenze – kann man jeden Morgen, noch bevor die Sonne aufgeht, verborgen vor den Blicken der pendelnden Angestelltenschaft, ein seltsames Schauspiel beobachten. Männer und Frauen stehen an designierten Straßenecken, manchmal auch Jobvermittlungsstelle genannt, und warten auf den Fährmann, der ihnen Arbeit, und somit Verdienst, für den Tag verschafft.
Das eine solche Existenz keine Stabilität erzeugen kann, dürfte jedem klar sein. Von Versorgung im Krankheitsfall oder ähnlichen Ereignissen ganz zu schweigen. Tagelöhner ist der Begriff für diese Menschen, Tag für Tag nicht wissend wie und ob man in der Lage sein wird, für sich – und in manchen Fällen auch für seine Familie – zu sorgen.
Das webaffine Prekariat, um mal einen extrem belasteten Begriff zu verwenden, kann sich jetzt auch noch an eine Straßenecke im Netz stellen. Besser gesagt: hat die Auswahl an Straßenecken, zum Beispiel den mechanischen Türken von Amazon, ChaCha oder andere Horte der human-assisted Internet-Akkordarbeit, wie es in diesem Artikel schön genannt wird. Man muss sich nur schlauer anstellen als ein Computer, dann kann man sich auch mal den Luxus eines frischen Salatkopfes vom Gemüsemarkt leisten. Vielleicht nur einmal im Monat, aber hey, das ist das tolle Webzwonull – da kann jeder mitmachen. So ein Dreck.

