Aufwachsen in den 80ern, dem Zeitalter der hochgekrempelten Jackettärmel – Nadelstreifen wohlgemerkt – und Betamax-Videorekordern, dürfte für jeden der als Teenager auch nur einen Hauch der damaligen Popkultur mitbekommen hat untrennbar mit zwei Gesichtern verbunden sein.
Das eine sieht etwas aus wie eine zerknautschte Stoßstange. Nicht gerade das, was man symmetrisch nennen würde, aber doch mit einem gewissen Zug an romantischer Rebellenkante, um zahlreich die Träume von gerade den Pferdecomics entwachsenen Mädchen zu bevölkern. Das andere ist eher ein Allerweltsgesicht, wie eben die amerikanischen Highschool-Jungs in Filmen immer aussehen. Leicht bulldoggig in seiner menschlichen Ausprägung, aber doch liebenswert. Trotzdem den zukünftigen Drogenkonsum des abgehalfterten Kinderstars schon auf die Stirn geschrieben.
Kein Zweifel, von welchen Gesichtern hier die Rede ist. Von denen von Corey Feldman und Corey Haim, die damals groß waren wie leuchtende Sterne am Nachthimmel, hochgestiegen waren ins Firmament und mit The Lost Boys einen glühenden Schriftzug in dasselbige schrieben. Die heute aber eher so was wie das hier sind:
After a long hiatus, the „Two Coreys“ are finally reunited when Corey Haim comes to stay with his best friend, Corey Feldman, and his wife, Susie. But a lot has changed in the years they have been apart–Feldman is married, a devout vegetarian, animal activist, and a non-smoker. Haim, still single and a committed carnivore, finds himself at odds with Feldman’s new lifestyle and struggles to adjust to the rules of the house. The tension peaks when Haim disrupts an important dinner meeting between the Feldmans and a PETA representative.
Ja, das ist die Inhaltsangabe einer Reality-Doku-Irgendwas-Serie namens The Two Coreys. Womit mal wieder bewiesen wäre, das nichts, was man sich nachts vor dem Fernseher im müden Kopf ausmalt, sicher ist vor der Manifestation im Realen. Oder im inszenierten Realen. Oder rein im Inszenierten. So genau kann man das da gar nicht wissen.
Fehlen eigentlich nur noch Christian Slater und Charlie Sheen als sarkastisches Moderatorenpaar und der Traum wäre perfekt. Leider kann man nicht alles haben – oder wiederhaben. Die verlorene Kindheit schon gar nicht.





