Archiv für August 2007

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Eingeschränkter Ereignishorizont

In Allgemeines on 31. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Von den Reportern ohne Grenzen eine Karte, die die digitalen Grenzen unserer Welt zeigt. Eine große Ansicht der schwarzen Löcher im Internetz gibt es hier. [Via]

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Mama, der Mann ist doch nicht wirklich tot, oder?

In Allgemeines on 31. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

BoingBoing und Warren Ellis berichten beide das gleiche über ein Ereignis beim diesjährigen Burning Man, das die Tragik eines Selbstmordes fast schon wieder in die Regionen eines makaberen Monty Python-Sketchs hebt. Da hat nun jemand aus nicht näher benannten Gründen den Freitod gewählt, und seine Freunde lassen ihn erstmal da hängen.

Pirtle said the man was hanging for two hours before anyone in the large tent thought to bring him down. „His friends thought he was doing an art piece,“ Pirtle said.

Vielleicht war das auch die Intention: Noch im Tod ein Kunstwerk schaffen, wenn auch nur ein so vergängliches wie der menschliche Körper am Strick. An der Wirklichkeit aufgerieben, das Inszenierte durch die reale Tat abgelöst. Im Kontext der Kunst macht das Sinn genug, ist aber gleichzeitig auf so vielen anderen Ebenen falsch, dass ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll.

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Things to Do in Houston When You’re Dead

In Allgemeines on 30. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

Das örtliche Museum zur Begräbnisgeschichte besichtigen.

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Du brennst nicht dafür

In Allgemeines on 30. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Indem die Medien schlicht und einfach das liefern, was sich am Besten verkauft – und das scheint vor allem die Darstellung von Selbsterniedrigung und die Propagierung von Gier zu sein – kommt ihnen ein zentraler Platz in der Propaganda zur Sicherung und Stärkung sozialer Ungleichheiten zu.

[Via]

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Der weiße Bruder von Michael Jackson

In Allgemeines on 29. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

Gerade im Fernsehen irgendeinen Werbespot für irgendein Auto gesehen und mir dabei gedacht, dass derjenige, der das Casting dafür verbrochen hat wenigstens jemand hätte nehmen sollen, der zumindest entfernte Ähnlichkeit mit Lee Majors hat. Ich meine, wenn schon der Titelsong von Ein Colt für alle Fälle im Hintergrund läuft, kann man nicht irgendjemand nehmen, der gerade Zeit hat und das Geld braucht.

Eine Internetrecherche später Ernüchterung: Das war Lee Majors. Echt jetzt.

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Der rote Siemensstern

In Allgemeines on 29. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

Ein kurzer Kommentar zu der angeblich so schlimmen Wirtschaftsspionage aus dem Reich der Mitte muss an dieser Stelle erlaubt sein. Denn wenn der Chinese, so die verbreitete Mär, nicht gerade Hunde zu leckeren Gerichten verarbeitet oder Blogger und Pornoseitenbetreiber teilweise lebenslang inhaftiert, dann spioniert er das geistige Kapital der erfolgreichen Industrienationen aus, schmeißt billige Kopien davon auf den Markt und verdient sich daran dumm und dämlich.

Dumm und dämlich ist daran aber nur eines: Die Auffassung, dass das Grundgesetz des Marktes – diese Wortkombination sei mir in diesem Zusammenhang mal gegönnt, so geschmacklos sie auch sein mag – nur für die Chinesen gelte.

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Kanalitäten

In Allgemeines on 29. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

Ein sehr ausführliches Interview mit dem auf Entwässerungkanäle und andere unterirdische Systeme spezialisierten Michael Cook gibt es beim BLDGBLOG. Der ist in Totonto beheimatet und sehr darauf bedacht, nicht nur die Geschichte, sondern auch Geschichten über die Orte zu erzählen, die er besucht:

Ultimately, we need some sort of framework, and to put more effort into additional information beside just taking a photo. That doesn’t necessarily mean publishing all that information so that everyone can see it – but just telling stories in other ways, and creating narratives about the places and the things that we’re seeing. Otherwise, these are just postcard shots. We’re taking postcard shots of the sublime.

Zur Dokumentation dessen betreibt er auch Vanishing Point, wobei es mir da besonders die Präsentation der Ontario Power Company angetan hat. Und auch seine Fotos sind nicht von schlechten Eltern, da war eher eine herausragende Genkombination am Werk. Oder im Werk, um mir das Wortspiel mal zu erlauben. [Via]

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Rechtzeitig zum Sommerloch

In Allgemeines on 28. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

deutscher-isst-oesterrreicher.jpg

Journalismus ist eben auch nur eine Speisekarte. Oder: Man ist, was man liest. Immerhin eines: Zusammen mit Gammelfleisch prima Futter für die Titanic-Redaktion. Wer da Geschmackssache vermutet, vermutet richtig. Aber gleich zum Österrreicher greifen? Hätten ja auch Hamburger oder Berliner sein können. Oder fettige Amerikaner.

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Zu Risiken und Nebenwirkungen

In Allgemeines on 28. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

Ich wusste schon damals, als mir der Arzt mit den Worten Und dazu nehmen sie noch diese hier, gegen das Magengeschwür, dass Sie sonst kriegen würden die Beilage zur täglichen Höchstdosis (Hoechstdosis, haha) an Vioxx verschrieb, dass da irgendwas nicht ganz koscher sein konnte. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und der Mensch Schmerzmittel. Manchmal auch über Monate hinweg.

Immerhin haben jetzt Forscher herausgefunden – ich liebe übrigens Sätze, die mit diesen Worten anfangen – warum denn die mittlerweile bekannten Nebenwirkungen von Vioxx aufgetreten sein könnten, ursachenmäßig und so. Das bringt mir natürlich gar nichts außer der Erleichterung, davon verschont geblieben zu sein. Aber wer weiß, jeden Moment könnte es in meinem Körper zu einem Aussetzer kommsgfkimn…..

Ha, war nur Spass!

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Picking Up Steam

In Unkatzegoriert on 27. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Der Boston Globe hat einen umfangreichen und sehr gut recherchierten Artikel über das aktuelle Schätzchen des anglo-zentrierten Netzfeuilletons veröffentlicht: Steampunk. Das war auch hier schon mal Thema und der Autor, Peter Berbegal, scheint meine Einschätzung zu teilen:

In their embrace of the toothy cog and the sooty pipe, this guild of steampunk hackers represents a rebellion of sorts against our iPhone moment. It’s a time of technological wonders: flat-panel TVs you can hang like paintings; forms of instant communication to almost anywhere in the world; and phones no bigger than a wallet that play music and help you find your way in a forest. But in all this new technology there is nothing lasting to appreciate: Each new version is obsolescent the moment it appears, and all of it is literally superficial, with its innovations hidden in silicon chips behind hard plastic. We have museums dedicated to preserving steam engines and mechanical watches. It’s hard to imagine a future museum preserving every example of Blackberry. What we want to preserve about technology also becomes a reflection of what is human about it, the spirit of invention and craftsmanship.

Steampunk als konterkarierendes Element eines technologischen Fortschritts, der zunehmend die eigene Beherrschbarkeit der uns umgebenden Apparate minimiert und der das interne Funktionieren – dessen Verständnis nicht ohne Grund ein großer Teil der Romantik und Attraktivität technologischer Systeme ausmacht – derselbigen zu einem Mysterium macht. Eine Entfremdung von der Maschine, wenn man es krude mit bereits aufgeladenen Begriffen bezeichnen will.

Und jeden Tag finden sich da neue Objekte, in mühsamer Handarbeit gefertigt, die der Zukunft den Spiegel einer nie da gewesenen Vergangenheit vorhalten, in dessen Reflektion wir das sehen, was hätte sein können. Wenn die Geschichte andere Wege gegangen wäre. Und ich kann mir nicht helfen, aber manchmal wünsche ich mir ein künstliches Herz, um dem echten die Schmerzen und die Last zu nehmen. Diese Vorstellung scheint auch geteilt zu werden, was wiederum ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Da kann die Zukunft bringen was sie will.

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Selbstreplikation

In Allgemeines on 27. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

In jungen Jahren, noch fiebrig vor Begeisterung über die Sachen, die die Welt jeden Tag für mich bereit hielt, waren meine Träume aus Lego gebaut. Stein für Stein entstanden Raumschiffe auf dem Weg zu fernen Sternen oder Türme, die in ihren babylonischen Ausmaßen den Einsturz unweigerlich nach sich zogen.

Später dann waren die Träume andere, vor allem waren sie aus anderem Material geschaffen als benoppten Plastikklötzchen. Dennoch blitzt manchmal noch ein Funke des alten Bautriebes hervor, auch wenn es nur die mit etwas unkonventionellen Mitteln realisierte Regalwand ist, die kaum mehr ihrem Ursprung in den IKEA-Klonlaboren zuzuordnen ist. Und das geht nicht nur mir so, wie Janek hier in einem Video wunderbar zeigt. Wenn sich des Menschen Ebenbild in den Dingen zeigt, die er mit seinen Händen zu erschaffen in der Lage ist, dann war das ein begnadeter Ingenieur.