Ein Lustspiel in unendlichen Akten: Nachdem der Broder schon beim Thema der legitimen Folter, die eben das nie sein kann, tief in der Mottenkiste der pauschalisierenden Argumentation gekramt hat und dabei eher das gezeigt hat, was man in einem miserabel psychologisierenden Hollywood-Thriller als Blick in die menschlichen Abgründe bezeichnen würde, legt er noch mal eine Schippe drauf. Vielleicht ist sein Ton ironisch gemeint, aber das befürchte ich eher nicht, das klingt eher wie tiefste Überzeugung, aus dem Herzen heraus. Und das macht mir Angst.
Schon im ersten Absatz kommt die Gleichsetzung der Adjektive arm, ausgegrenzt und antriebsschwach (sic!). Seien doch alle selber schuld, können nix und wollen nix – außer das Geld vom Staat. Kein Wunder, denn nach Henryk leben wir in Zeiten, in denen…
[E]ine Gesellschaft, in der die Vorstellung, dass Wohlstand etwas mit Arbeit und Leistung zu tun hat, als reaktionär und „sozial unverträglich“ gilt.
Da hat einer wohl die letzten Jahre nicht so richtig aufgepasst. Dann wäre ihm nämlich das Rauschen im Blätterwald über die Krise des Sozialstaats aufgefallen, ebenso wie der massive Abbau desselbigen. Und der Abbau hat nicht nur bei den finanziellen Bezugs- und Unterstützungsmöglichkeiten stattgefunden, sondern auch im personellen Bereich der Sozial- und Jugendämter, um Broders Beispiel mal herzunehmen. Da scheint es mehr als nur ein bisschen unlogisch, von einer neu entstandenen Industrie zu reden, wie Broder es tut, die von der Verwaltung der neuen Armut lebe. Was das über einen selbst sagt, wenn man anders denkenden Menschen, die eher aus humanistischen Motiven argumentieren und handeln, somit eine ökonomische Motivation unterstellt, lasse ich hier mal unbeantwortet. Das soll sich jeder selbst denken.
Und überhaupt: Broder – als Journalist – zieht hier angesichts einer von der ARD gesendeten Dokumentation den deduktiven Schluss, dass diese treffende Aussagen über die Gesamtheit mache. Medienkompetenz, anyone? Das Einzige was er dabei trifft, ist nur die eigene Haltung, das geht auch hervorragend, wenn man immer im Kreis läuft. Da kommt man immer wieder bei sich selber an. Bei sich und seinen Freunden, die in den Kommentaren zum Artikel auch gleich wieder darüber jammern, dass in einer Demokratie leider jeder das gleiche Stimmrecht habe.
Zum Teufel auch, wo ist das Deo für die Achsel des Guten, wenn man es mal braucht?


achja…schon die aufmachung zeigt…wie widerlich blogger sein können
jaja..heutzutage kann ja jeder seinen stuss ins internet scheiben…und irgendjemand liest das dann…oder nicht…