Da hat der Bruce Sterling mal wieder was Tolles ausgegraben: Jeden Tag ein sowjetisches Propaganda-Poster, komplett mit Annotationen dazu und Hintergrundinformationen über den historischen Kontext, ab und an auch ein bisschen was über die Schöpfer dieser vom ästhetischen und design-orientierten Standpunkt aus gesehen durchaus bemerkenswerten Werke.
Das hebt dieses Blog auch auf eine höhere Ebene als alle anderen, die mit der retro-nostalgischen Präsentation eines – ich nenn es einfach mal so – kommunistischen Pathos ohne die rahmende Kontextualisierung desselben nur eine Reduzierung des Symbolgehalts betreiben. Das mag zwar als Schauwert reizvoll sein, aber es steckt und steckt immer mehr dahinter als Stil und Ästhetik. Die Verknüpfung mit politischen und sozialen Utopien beispielsweise, die real existierend zu einem großen Teil nur Pervertierungen ihrer Konzepte waren. Erst im Vergleichsarrangement mit den propagierten Bedeutungen wird die volle Tragweite, und vielleicht auch die volle Tragödie, der Vergangenheit klar.
Aber was red ich, hat doch eh keinen Zweck, manche glauben immer noch, dass der Che Guevara der Sänger von Rage Against the Machine sei.


[...] Ästhetik mit den zugrunde liegenden Mythen einer utopischen Zukunft habe ich schon mal geschrieben. Da war die kaum zu übersehende Kluft zwischen propagiertem Ideal und der realen Verzerrung [...]