Post

60 Sekunden

In Allgemeines on 3. November 2007 by Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Schon seit einigen Wochen online, aber bisher an mit vorübergegangen: Ein Ableger des Scientific American mit dem wunderschön knackigen – und auch einigermaßen zutreffenden – Titel 60 Second Science. Basierend auf dem bereits bekannten Podcast gleichen Namens, der da auch sein neues Zuhause gefunden hat, wird da in recht kurzem, aber doch prägnantem Format auch das geliefert, was versprochen wird. Wissenschaft als populäre Kommunikation, schnell und leicht verdaulich zwar, aber ohne die Inhalte endgültig beliebig werden zu lassen und der Form zu opfern, wie es etliche populäre Wissenschaftsformate hierzulande schaffen.

Aber über den aktuellen Stand der Wissenschaftskommunikation und damit der Wahrnehmung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in Deutschland hülle ich bei solchen Beispielen lieber den Mantel des Schweigens. Denn auch wenn es glänzt, muss es noch lange nicht Gold sein, und manchmal ist Reden wertvoller. Es müssen nur die Richtigen den Mund aufmachen, wenn sie nicht ungehört bleiben wollen.

3 Antworten zu „60 Sekunden“

  1. Dann mach ich mal den Mund auf, auch auf die Gefahr hin, besser geschwiegen zu haben.

    Das zentrale Problem der Wissenschaftskommunikation ist, dass die Massenmedien ihr Publikum für dümmer erklären als es wirklich ist, um ihre eigene von Sachkenntnis weitgehend unbeleckte Berichterstattung zu rechtfertigen.

    Man kann sehr wohl komplizierte Sachverhalte angemessen kommunizieren, man muss es nur tun. Journalisten behaupten nur, es ginge nicht, weil sie es – mangels Ahnung – meist nicht können.

  2. Dein Mund kann ruhig aufbleiben, der hat nichts falsches gesagt ;)

    Das mit dem dumm erklären ist imo auch zutreffend, vor allem wen man bedenkt, dass gerade die Massenmedien einen nicht unerheblichen Anteil am kollektiven Verständnis von Wissenschaft und Wissen beisteuern. Damit aber eigentlich auch in der Pflicht stehen, diese Sachverhalte angemessen – und das heißt auch angemessen vereinfacht und verständlich gemacht – zu kommunizieren.

    Ich will nicht den Apostel geben, aber ich denke es ist durchaus möglich, das in angemessener Weise zu tun. Allerdings, vielleicht wegen mangelnder Ahnung, wie Du sagst, oder wegen mangelnden Ressourcen und/oder politischem Lobbyismus, scheint das immer seltener zu geschehen. Oder wird dem Diktat des schnell und einfach konsumierbaren Formats geopfert.

    Auch wüsste ich hier in Deutschland niemanden mit dem Status wie bspw. Ben Goldacre vom Guardian, was sehr, sehr schade ist.

  3. [...] mit der Potenz? In den Kommentaren hierzu habe ich schon bemängelt, dass es in Deutschland im Bereich des Wissenschaftsjournalismus [...]

Eine Antwort schreiben