Evidenzerfolg

Die Frage, die ich hier schon mal gestellt habe, greift heute Florian Rötzer in einem TP-Artikel auf. Er beleuchtet zum Anfang das gern gebrachte Argument der Knappheit an guten Managern, das nach der Logik des Marktes deren Entlohnung durchaus rechtfertigen würde. Richtig interessant wird es demnach, wenn man dann in der gerade geführten Diskussion um ausufernde Managergehälter mal die Perspektiven wechselt. Denn nach der Logik des Marktes, der Gerechtigkeit als Bedingung seiner Operationen auch gar nicht kennt, sind diese Phänomene nur konsequent.

Da ist dann auch der Streitpunkt zu verorten. Wenn Rechtfertigungen nur auf marktinterner Logik aufgebaut sind, dann können sie keine Gültigkeit für andere soziale Zusammenhänge haben. Und die Kritik, die da aus nicht-wirtschaftlichen Positionen heraus geübt wird, ist durchaus legitim. Wegen eklatanten Ungleichheiten, aber auch wegen der universalen Abhängigkeit des Einzelnen von seiner Position im wirtschaftlichen System. Denn provokant gesagt macht der Markt in dem Sinne frei, wie in anderen Kontexten Arbeit frei gemacht hat.

Aber genug des Keulenschwingens und der in manchen Augen unangebrachten Vergleiche. Die eigentlichen Opfer sitzen eh in den Vorstandsetagen und haben längst die Fähigkeit verloren, in reflektierenden und hinterfragenden Strukturen zu denken. Erfolg und Empathie gehen eben in den seltensten Fällen zusammen.

Opportunismus und Outsourcing dagegen schon. Verdammt.

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