Fehlersuchbild

Es ist ein verflixtes Ding mit der Zukunft. Die ist noch nicht eingetreten, sondern liegt immer vor uns und aus der immensen Komplexität der Einflussfaktoren, die bestimmen, was in Zukunft passieren wird, kann man ein schlüssiges und belegbares Modell zukünftiger Entwicklungen konstruieren und dies als bestmöglichen Ratschlag für das eigene Handeln nehmen. Eigentlich logisch, möchte man meinen. Man kann aber auch seiner inneren Glaskugel vertrauen, wie es John Naisbitt, ein illustrer Vertreter der sich selbst am meisten glaubenden Zukunftsforscher offenbar macht - scheint ein Megatrend zu sein. Zumindest erlaube ich mir, das daraus zu schließen, wenn er ohne explizit danach gefragt zu werden in einem Interview das hier zum Klimawandel sagt:

Was die sagen, ist mir egal. Sie können keine ihrer Aussagen belegen, legen keine Fakten auf den Tisch. Ein allgemeiner Konsens ist nicht gleichbedeutend mit einem Beweis. Schreiben Sie das auf: Konsens ist kein Beweis!

Konsens ist kein Beweis, da mag er ja Recht haben. In netten Momenten lasse ich das auch als Differenzierung der Argumentation durchgehen, denn ein Beweis ist mehr als bloße Übereinstimmung: Er ist die Verifizierung von als wahr angenommenen Behauptungen, die sich auf als wahr anerkannte Behauptungen stützt. Nun, in der Debatte um den Klimawandel ist die Beweisführung so weit gediehen, dass ein solches Argument - und auch andere, die Naisbitt in diesem Interview verlauten lässt - schon an der unteren Naivitätsgrenze zu verorten sind.

Und eigentlich auch gar nicht als Argumente bezeichnet werden können, diese Ehre haben sich seine Äußerungen nicht verdient. Eher kann man sie als eine sprachliche Ausdrucksform eines schon wörtlichen Subjektivismusdenkens sehen, das die eigenen Annahmen in den Mittelpunkt stellt und auch nur mit diesen operieren kann.

Zum Glück ist der Herr Naisbitt kein Chirurg geworden.

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  1. [...] geborgen werden Meine skeptische Haltung gegenüber der Zukunfts- und Trendforschung ist kein Geheimnis. Das mag vielleicht dem Umstand geschuldet sein, dass die wenigsten Vertreter dieser Branche - der [...]

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