Keine Angst, der will nur Gott spielen
Hier hatte ich schon mal über die in Buchform gesammelten Antworten zur Edge-Frage von 2006 geschrieben. Da ging es um angeblich gefährliche Ideen, die aber nur leidlich gefährlich waren und sich eher durch wissenschaftliche Konsequenz im Denken und Konstruieren des eigenen Weltbildes auszeichneten – von den wenigen kleinen Abweichlern abgesehen, die gut daran taten, ihre Affinität zur totalen Marktwirtschaft als gefährliche Idee einzustufen.
Die diesjährige Frage hat zuerst mal allerdings nichts mit Gefahren zu tun, und auch die 2007er Frage nach dem Optimismus scheint nur noch nebensächlich. Diesmal geht es um den Wandel, um Momente, an denen man es sich mal anders überlegt und sich neue Perspektiven erschließen. Der Rudy Rucker ist auch wieder mit dabei und schießt da auch den Vogel ab. Zunächst beginnt er recht zahm:
Consciousness probably isn’t that big a deal. A simple pair of facing mirrors exhibit a kind of endlessly regressing self-awareness, and this type of pattern can readily be turned into computer code.
Das er danach mit mystischen Erleuchtungen und deren eventuellem Zusammenhang mit dunkler Materie oder Quantenverschränkungen kommt, das ist geschenkt. Bestätigt er doch nur seine These, dass man nie mit Gewissheit sagen kann, wann und ob ein Mensch dummes Zeug redet. Dass Roboter allerdings bald zu göttlichen Erfahrungen fähig sein sollen, wage ich zu bezweifeln. Naja, die Narrenfreiheit des SF-Autoren.
Sex mit Robotern scheint mir da schon eine wahrscheinlichere Annahme, verkauft sich einfach besser. Oder anders gesagt, vielleicht ernst gemeint, vielleicht auch nicht: Wer braucht Gott, wenn er Sex haben kann?
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