Bastardmomente

Bastardmomente sind die Gelegenheiten, an denen man täglich verzweifeln kann. Wenn die raffiniert gestaltete und entworfene Alltagswelt die versprochenen Annehmlichkeiten nicht einzulösen weiß. Es mögen tausend kluge Menschen sich beim Entwurf tausend kluge Gedanken gemacht und dabei doch keine bessere Lösung gefunden haben. Trotzdem kann man sich in Bastardmomenten nicht des Eindruckes erwehren, dass das, was diese klugen Leute als optimal bezeichnet haben, im Endeffekt doch meilenweit davon entfernt ist.

Heftiges Fluchen und physikalische Rohheit können auch nur überdecken, dass tief im Innern eine nagende Unzufriedenheit mit den Zuständen wächst. Die irgendwann raus muss, möchte man nicht explodieren wie John Cassavetes am Ende von Teufelskreis Alpha. Die Unbeherrschbarkeit der großen Welt ist dabei der Zünder. Und irgendeiner dieser Bastardmomente wird das Streichholz sein.

Momente wie der, in dem das Klopapier mal wieder diagonal und nicht an der Perforationslinie reißt und man nur einen unnützen Flecken Papier in der Hand hält. Oder Momente wie der, wenn alle Tetrapaks dieser Welt mit ihren patentierten Ausgußmechanismen nur wieder den Anschein erwecken, man selber wäre schuld an der Sauerei auf der Tischdecke.

Und von der Politik braucht ich gar nicht erst anfangen.

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