Selbstwahrnehmung ist was Feines

2008 Februar 21

Aus dem Gefängnis des selbst- oder trägermedienreferentiellen Schreibens kommt man schlecht raus. Wie denn auch, wenn man keine zweinull-Version von Harry Houdini ist. Und trotz allem Individualismus reiht man sich manchmal doch ganz gerne ein in die Reihe derer, die in der gleichen Zelle sitzen.

Da kann man dann beim Pokern um die letzten Zigaretten einen schnellen Link auf eine Bilderserie von Schülern und ihren Wissenschaftsprojekten [via] setzen, dazu einen sarkastischen Kommentar hinzufügen und dabei geflissentlich übersehen, dass diese auf einen thematischen Punkt zentrierten Momentaufnahmen mehr sagen als normalerweise im Kontext eines Wer-postet-das-lustigste-Foto gewahr wird. Nun ja, vielleicht wird dieses Mehr nur unterbewusst wahrgenommen und vielleicht ist dieses Mehr erst der anziehende Moment, der mehr macht als uns ins Auge zu springen. Schlichte Kompositionen allein können es nicht sein.

Aber trotzdem: Wem und was wird damit Referenz erwiesen? Sich selbst? Dem Medium oder gar der Umwelt? Einem Jungen namens Sue? Oder bewegt man sich in ständig selbstreproduzierenden Strukturen, die so unscharf sind, dass man immer sieben mit einem Streich erwischt?

Nur eines ist sicher: Solange man auf sich selbst Bezug nimmt, existiert man. An und für sich. Das mach ich abschließend dann auch mal mit einem weiteren Eintrag in meiner Reihe, die sich mit Sachen beschäftigt, an denen Baudrillard seine Freude gehabt hätte: Der Bosch und die Monte-Carlo-Simulation sind da eines davon.

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