Neutralität und PR sind ja so Sachen, die in den seltensten Fällen ein gutes Pärchen abgeben, genauer betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit von neutraler PR wohl eher noch bei null anzusiedeln. Denn wie es schwierig ist, einen Begriff wie Neutralität trennscharf zu definieren, desto einfacher ist es, den intentionalen Charakter von PR zu benennen: Es geht um die optimierte Darstellung einer Sache oder eines Sachverhalts, die mal mehr, mal weniger der Wirklichkeit entsprechen kann.
Transparenz ist in diesem Zusammenhang auch eher unerwünscht, da das weit außerhalb des eigenen Darstellungshorizonts – der in den meisten Fällen zwischen ‘noch nie dagewesener Innovation’ und ‘wir sind uns unserer sozialen Verantwortung durchaus bewusst’ pendelt – liegt. Selbstbeschreibung aus der Binnenperspektive, die gar keine anderen Optionen mehr kennen kann.
Da ist es dann doppelt doof, diese Vorgehensweisen an ein so transparentes Ding wie die Wikipedia heranzutragen. Da fällt mir unweigerlich der Spruch des unbestechlichen Sean Connery ein: Mit einem Messer geht man nicht zu einer Schießerei.

