Jeden Morgen beim Kaffee öffnet sich mir das Herz aller Bürokommunikationen. Trotz aller Romantik, die man dieser Formulierung andichten kann: Das sieht immer noch verdächtig wie Outlook aus. Aber ästhetische und funktionale Kriterien anlegen zu wollen, ist bei diesen Dingen eh ein hoffnungsloses Unterfangen.
Das trifft in gleichem Ausmaß auch auf die Formen der Kommunikation zu, die sich mir in diesem Herz offenbaren. Von rabenschlechter Grammatik und Rechtschreibung, zweideutigen Anweisungen bis hin zu beinahe mysteriösem Englisch ist da alles vertreten. Dabei fällt auf, dass je höher die Position, desto höher ist offenbar auch die den Untergebenen zugemutete Toleranzgrenze an kryptischer Kommunikation. Ab der mittleren Führungsebene entfällt wohl Pflicht, sich präzise und verständlich ausdrücken zu müssen. Ich weiß zwar nicht, was genau mit Storytelling als Management-Instrument gemeint ist, aber so in etwa stelle ich mir das vor. Dass dieses Konzept in der Realität dann eher an kollektives Rätselraten anstatt an stringente Geschichten erinnert, haben sich die Berater wohl nicht gedacht – oder einfach unterschlagen.
Trostloser noch wird die Situation durch den Umstand, dass die seltenen Lichtblicke in dieser Ödnis der unverständlichen Zeichen die gelegentlichen Mails von Leuten sind, mit denen man irgendwann mal Visitenkarten getauscht hat. Die diesen Umstand als willkommenen Anlass nehmen, mir in seltsam regelmäßigen Abständen Informationen zum Thema „Erfolgsstrategien a-u-ß-e-r-g-e-w-ö-h-n-l-i-c-h erfolgreicher Menschen und wirklich einzigartiger Unternehmen“ zukommen zu lassen.
Und die meinen das ernst.

