Ein altes und oft gehörtes Argument: Unsere Welt erschaffen wir selbst. Ist ja auch wahr, nur sollte man nicht den Fehler begehen, unsere Welt mit unserer Umwelt zu verwechseln. Auch wenn man oft deren Gestalt beeinflussen kann, indem man beispielsweise mit einen Baum pflanzt oder meinetwegen auch fällt, irgendwann kommen sie, die Grenzen der menschlichen Fähigkeit, die Welt zu formen. Da hilft dann auch kein Wünschen oder Glauben mehr.
Etwas, das dagegen beinahe beliebig formbar ist, ist das, was wir an Bedeutungen und Sinn generieren oder was wir an Bedeutungen den Dingen in unserer Umwelt zusprechen – wobei in vielen Fällen als Beschreibung eines solchen Vorgangs wohl auch ‘andichten’ passender wäre. Vor allem dann, wenn man übersieht, dass diese Bedeutungen nur auf der Ebene existieren können, auf der wir sie erschaffen: In den Rahmungen unserer Kommunikationen.
Man mag es als eigentlich selbstverständlich erachten, aber der Abgleich unserer Welt mit unserer Umwelt lässt doch oft sehr zu wünschen übrig. Und damit sind nicht nur die üblichen Verdächtigen gemeint, sondern auch die unterbezahlten Rollkragenpulliträger und Kreativen, deren Kommunikationen beinahe immer das Falsche sagen. Obwohl sie, wenn man sie es denn nur mal sagen lassen würde, so viel anderes zu sagen hätten. Selber schuld, wenn man dann den Mund hält.

