Steht da wirklich in seinem Profil als FOCUS-CAMPUS-Tutor, und deswegen tritt der gute Mann wahrscheinlich auch bei den ‘Erfolgsmacher’-Seminaren des Focus auf. Aber Scherz beiseite, was der Matthias Horx der Welt da wieder erzählt [via], darf nicht unterschlagen bleiben. Man könnte ja sonst – hier, hier und hier – auf den Gedanken kommen, dass Zukunftsforschung wirklich etwas zu sagen hätte.
Ich denke, dass lebenslange Bildungsbiografien entstehen werden, in denen immer mehr Menschen auf Universitäten gehen. Nicht nur in der Jugend, sondern auch phasenweise im Alter.
Für diese Einsicht muss der Herr Horx lange geforscht haben. Nun ja, vielleicht hat er auch nur beim statistischen Bundesamt angerufen und nett gefragt, was denn die aktuellen Statistiken sagen. Die sind da recht freundlich und hilfsbereit und haben ihm auf seine eventuelle Anfrage vielleicht mitgeteilt, dass er sich da das und das mal ansehen solle. Hat er dann vielleicht getan und sich gefragt, ob das denn so weitergehen würde und ob man da nicht was drüber schreiben könnte, man darf sich ja nicht rar machen auf dem Büchermarkt. Und Zukunft geht immer, Vergangenheit dagegen kann man keinem verkaufen.
Ich begreife Zukunftsforschung als universalistische Wissenschaft, in der sich Wirtschaftswissenschaft, Systemtheorie, Soziologie, Evolutionsbiologie und noch 15 andere Disziplinen vereinen (…) Allerdings ist mein Ansatz universeller und interdisziplinärer. Und auch riskanter, weil ich mich nicht so sehr auf eine akademische Disziplin beziehe.
Wenn er damit eigentlich meinen sollte, dass er auf die wissenschaftliche Grundlage und Absicherung seiner Thesen verzichtet, um stattdessen mit wissenschaftlich klingendem Duktus vorzutragen, dass alles gut werde und wir nur endlich mal diesen deutschen Jammer-Pessimismus ablegen sollten, dann, ja dann würde ich ihm beipflichten. Meint er aber wahrscheinlich nicht, und das ist suboptimal, wie ein kleiner Teil meines Freundeskreises sagen würde.
Aber mal abseits aller Polemik: Vielleicht bin ich auch das falsche Zielpublikum für sowas, nicht umsonst habe ich angehende Führungskräfte schon schlimmeren Unsinn goutieren sehen. Kotzende Pferde sind ein Dreck dagegen. Echt jetzt.


Unser schwarzer Rollkragenpulli, der Gerd Gerken hier vom ‘Kreativen Haus’ in Worpswede, der propagierte allen Ernstes mal das ‘Management by Love’. Hochbezahlte CEOs rannten da für 3.000 Euro Tagessatz oder so herum, sie hatten sich alle ganz doll lieb, und sie mussten sich – man höre und staune! – auch noch selbst verpflegen.
Ich habe den unangenehmen Gedanken, dass man Selbstverpflegung auch noch als asketischen Akt verkaufen könnte. ‘Der Trend geht zur Einkehr in das Selbst’ würde dazu in der Broschüre stehen.
Und ob ein mit Liebe geschriebenes Kündigungsschreiben dann einen Unterschied macht, wage ich zu bezweifeln.