Auch wenn eine Medienpartnerschaft - ein schönes Wort übrigens, auf den ersten Blick harmlos und mit einem guten Klang, auf den zeiten Blick substanzlos - mit dem CHE und dessen Hochschulranking Vorteile verspricht, ist das noch lange kein Grund, dafür journalistische Grundsätze außer Acht zu lassen. Denn warum gibt es in diesem Artikel als Dienst am Leser einen Link zum CHE-Ranking, aber keinen zum Wissenschaftsrat? Obwohl der doch in der Einleitung hoch gelobt wird:
Gerade hat dieses renommierte Gremium, das die Politik in Sachen Forschung und Lehre berät, wieder seine Unentbehrlichkeit bewiesen.
Der angegebene Grund für die Unentbehrlichkeit? Da wird die scheinbar fehlende Expertise für Hochschulforschung an den Hochschulen allgemein, und das bei einem näher behandelten Fachbereich wie der Soziologie, angegeben. Nun ja, dass sich in der Soziologie ein ganzer Themenzweig zum System der Wissenschaft - und das beinhaltet ausdrücklich auch die Reflexion der eigenen Disziplin - entwickelt hat, hat sich wohl noch nicht bis in die Redaktion der ZEIT rumgesprochen. Komisch, denn an angebotenen Seminaren, Büchern und Forschungsprojekten scheint es in diesem Bereich nicht zu mangeln. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Da passt die im weiteren Verlauf gebrachte Behauptung, dass angeblich nie zuvor der Zustand einer Gesellschaftswissenschaft umfassender und fairer [sic] beurteilt worden sei, perfekt zur Kategorisierung dieses Artikels. Der ist als Glosse nämlich gut aufgehoben, auch wenn die Pointe so gar nicht ziehen mag.

Ein Kommentar
Nachtrag: Zum qualitativen Direktvergleich der Artikel zum Thema in der FAZ.