Das Improvisationstalent der Arbeiterklasse

Technische Dokumentation ist wichtig. Man könnte sogar so weit gehen und sagen, technische Dokumentation sei außerordentlich wichtig. Rückverfolgbarkeit und Reproduzierbarkeit, Wissen in logischen Kategorien gegliedert und idealerweise noch leicht auffindbar und sicher archiviert ist aber leider nur ein Idealzustand.

Nicht selten hört man von Fällen, wo der verantwortliche Ingenieur zufrieden ist, dass etwas funktioniert und dann plötzlich wegstirbt. Da ist dann die Kacke am dampfen, wie man so schön sagt. Weil keiner weiß, wie er das gemacht hat; an welcher Schraube er genau gedreht hat, um das reibungslose Ineinandergreifen der unterschiedlichsten Teile zu gewährleisten. Ich bin da auch keine Ausnahme und als Ausrede bleibt mir nur, dass der Fehler im System liegt. Das olle Scheißsystem, das.

Also macht man sich auf, diesmal ganz ohne Gewebeband, dreht mal hier und mal da, flucht wie ein beleidigter Pirat, probiert im Ausschlussverfahren alle Schaltkombinationen durch - man kann eigentlich froh sein, keine tödliche oder lebenswichtige Maschine vor sich zu haben - spuckt in die Hände und tritt einmal fest dagegen. Und es funktioniert.

Da man nun nicht genau weiß, warum denn alles wieder einwandfrei und ohne Mucken läuft, lässt man das mit der technischen Dokumentation einfach bleiben. Soll sich doch der damit auseinandersetzen, der nach einem da ran muss. Irgendwann nach der Sintflut.

Nur kommt die schneller als erwartet. Bah.

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