Wie!? Freie Platzwahl?

Wer draußen ist, auf den wartet kein noch so dünnes soziales Netz, noch nicht einmal das poröse Boot der Boat People, sondern ein Abgrund ohne Boden. Manchmal sind gute Horrorfilme eben wie gute Soziologie.

Ohne kulturpessimistisch sein zu wollen: Manchmal ist gute Soziologie auch wie ein guter Horrorfilm, zumindest liest sie sich manchmal so. Wenn sie jetzt noch so unterhaltend wie nicht unbedingt erstklassige, aber mit Attitüde vorgetragene Filmkritik wäre, dann könnte die Filmindustrie einpacken und ein Großteil des bundesdeutschen Popcornabsatzes würde in Hörsaälen stattfinden. Tut er nicht, und das ist vielleicht besser so. Schließlich will keiner da ständig Leute haben, die zu spät kommen und sich durch die Reihen drängeln. Oder lautstark telefonieren und dabei ihre Cola umschütten, für deren monetären Ersatz sie wiederum denjenigen verantwortlich machen wollen, dem die klebrige Soße gerade den Nacken hinunterrinnt. Oder die in spannenden Momenten mit den Füßen gegen die Vordersitze treten, weil es doch so aufregend ist……Moment.

Wenn ich es genauer überdenke, macht es eigentlich keinen Unterschied, ob man gerade Saw IV sieht oder versucht zu verstehen, warum denn Marienthal so ungemein wichtig war. Irgendwer nervt immer und hätte besser zuhause bleiben sollen.

Ein Glück, dass ich mir sowas nicht mehr aussuchen muss.

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