Das Auto ist eine Maschine, die mittlerweile meilenweit davon entfernt ist, noch weggedacht werden zu können. Und es ist weit mehr als eine Maschine: es ist ein Mittel der Flucht und der individuellen Sinnsuche, zugleich ein Ort des Privaten in der Öffentlichkeit, darüber hinaus ein Zeichen der Statusdifferenz und nicht zuletzt auch ein Fetisch. Die mühelose Überwindung von Zeit und Raum durch Motorenkraft und Beschleunigung, ein Stück Blech als Leinwand, auf die von Menschenhand erschaffene kollektive Träume projiziert werden. Nicht umsonst hat Roland Barthes das Auto - wobei er da eigentlich nur an den Citreon DS dachte - seinerzeit als Kathedrale der Moderne bezeichnet.
Vor diesem Hintergrund sagen diese Bilder [via] von Autos und ihren Fahrern - in freier Wildbahn, wenn diese Umschreibung erlaubt ist - mehr aus, als die reine Abbildung des Gegenstands vermuten lässt. Dazu muss man nur die Strukturen der jeweiligen Lebenswelten, die sich aus diesen Bildern herauslesen lassen, vergleichen. Einmal, man kann es nicht anders ausdrücken, eine urbane Barbie, deren Menschsein, wenn es nicht sogar angezweifelt werden darf, zumindest nichts von den Entbehrungen und dem Schmerz des Lebens, welches nur zu gerne und nur zu oft kein zuvorkommender Freund ist, ahnen lässt, die sich in einem anderen Bild finden. Der Rost auf der Oberfläche, die Falten im Gesicht - Spuren einer Zeit, die nicht erstarrt ist. Dazwischen eine Distanz, die mit keinem Auto und auf keiner Straße überbrückt werden kann.
