Buchladeninterface
Jedes Medium bildet die Welt ab. Das kann man Repräsentation nennen – einfach gesagt die Verwendung von und Bezugnahme auf symbolische Zeichen und Zusammenhänge, eine Nachahmung der Welt, wenn man so sagen will. Ein Bild eines Gegenstandes mag vielleicht auf die Bedeutung und gewisse Eigenschaften dieses Gegenstandes verweisen, hat aber nichts mit diesem Gegenstand an sich zu tun. Wer sich in seiner Jugend nur mit Abbildungen des anderen oder eigenen Geschlechts begnügen durfte, weil immer nur die Dummen jemand abkriegten, der kann davon wahrscheinlich ein Lied singen. Oder Pfeife rauchen.
Nun gibt es allerdings auch mediale Formen, die etwas mehr die Grenzen reiner Repräsentation überschreiten und zumindest zu so etwas wie einer Simulation wirklicher – im Sinne unvermittelter körperlicher Erfahrungen – Welt in der Lage sind. Ob jetzt dieser Buchladen [via] da nun allerdings dazugehört, das kann ich nicht sagen, vielleicht ist der immer noch zu sehr in den repräsentativen Grenzen des Mediums – in meiner Hand findet sich immer noch eine Computermaus, kein Buch aus dem Regal – verhaftet, um mehr zu sein als Pixel auf meinem Monitor.
