Bei marxistisch-leninistischen Dackelzüchtern

2008 Juli 8

An jedem dritten Dienstag eines jeden Monats treffen sie sich. Im Hinterzimmer irgendeiner Absteige, die in Gegenden liegt, die meist als die schlechteren Viertel der Stadt bekannt sind. Anonym und kurzfristig reserviert, Ort und Zeitpunkt nur den Eingeweihten bekannt. Dann sitzen sie da auf den harten Holzstühlen, zwischen geleerten Glasbehältnissen und schalem Zigarettenrauch, der aus den übervollen Aschenbechern quillt wie Rauch aus den Schornsteinen – und den man in Eimern abtransportieren könnte, wenn man diesen Wunsch verspüren würde. Es hat etwas konspiratives, wie sie da in gedämpftem Ton debattieren und jedes Mal verstummen, wenn der Kopf eines anderen Gastes aus Versehen oder der des Wirtes in Erwartung regelmäßiger Nachschubanfragen im Türrahmen erscheint. Letzteres wird immer mit einem knappen Nicken quittiert.

Ein Systemwechsel ist eben undenkbar – so ohne Pils und Hefeweizen.

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