Zeitpunkt: Mittagspause. Eine Zigarette vor der Eingangstür, wie immer alleine, da der Rest der Kollegen entweder Nichtraucher ist oder das stickige Büro auf der Sonnenseite des Gebäudes zehn Minuten an der frischen Luft vorzieht. OK, nicht ganz frische Luft, da ich dort rauchend stehe, aber trotzdem. Auf jeden Fall ist das immer eine sehr gute Gelegenheit, die Pausengewohnheiten der anderen Arbeiterbienen zu beobachten. Denn nirgendwo sonst wird die tief eingefressene Routine – die Monarchin dieser vier Quadratkilometer, unter deren Szepter man sich Tag für Tag begibt – so offensichtlich wie in diesen Momenten. Da kommen immer die gleichen Gruppen des Weges, an deren Auftreten und Konfiguration man sofort die Herkunft erkennen kann; allerdings kann ich nicht sagen, warum gerade die IT-Leute Karohemden und Outdoor-Schuhwerk auftragen. Neben dem obligatorischen Handyhalfter am Gürtel und dem Multifunktionstaschenmesser, das die verwaschenen Taschen der Jeans ausbeult.
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Besonders interessant ist die abgebildete Hierarchie, die sich in der räumlichen Anordnung der einzelnen Personen wiederspiegelt. Natürlich ist das von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, aber die harten Chefs erkennt man immer daran, dass sie immer an letzter Position gehen, wohl aus Gründen der Übersicht und der Kontrolle. Wer weiß schließlich, was die Jungs so anstellen, wenn man mal nicht hinguckt, oder noch schlimmer: ihnen den Rücken zudreht.
Grüppchen sind das eine Ding, einsame Wölfe das andere. Die gibt es ebenfalls, in geringerer Anzahl, aber nicht weniger auffällig. Meistens Führungskräfte aus den oberen Bereichen, bei denen man fast vermuten kann, dass sie nur einmal die Woche auf den Pott gehen – so eilig sehen die aus. Andere wiederum kann man gar nicht einordnen. Wie den beispielsweise, der da gerade eben aus seinem frisch gewachsten SLK-Kabrio ausgestiegen ist und mich nach dem Weg fragte. Der trug – neben einem gepflegten und nicht ganz billigen Anzug – eine Halskette, die wie etwas aussah, das sich Althippies in Handarbeit von Goldschmieden anfertigen lassen. Geschmacklos, teuer und in keinem Fall so persönlich, wie der Träger es sich einbildet. Sein Exemplar hatte allerdings noch eine besondere Funktion: der Anhänger war gleichzeitig ein Kehlkopfmikrofon.
Konvergenz, dachte ich mir.
Dann hab ich in aller Ruhe aufgeraucht.


Für so etwas gibt es auch formschöne Halfter :)
Die sind aber eher für die großen Ausführungen, die mit Löffel, Gabel und Taschenlampe. Nicht dass man die nicht mal brauchen könnte, aber solche Dinger erwecken bei mir immer den Eindruck, dass man eher auf einen Survivaltrip als ins Büro geht – was, merke ich gerade, beides auch dasselbe sein kann ;)
Das wusste Batman aber auch schon: Wenn es sich nicht am Gürtel befestigen lässt, ist es keine gute Ausrüstung.