Bodysnatchers

2008 August 6
by Mark

Daniel Simons, a psychologist at the University of Illinois, did a series of now-famous studies in the late 1990s that showed the extent of this cognitive blindness. In one, people were approached by someone asking them for directions, only to have, in the middle of the conversation, that person replaced by another. Only half noticed the change.

Nächster Schritt: Die Fragesteller [via] durch die spanische Inquisition ersetzen.

6 Responses leave one →
  1. 2008 August 11

    :-)

    Jetzt hört der Kopf nicht mehr auf zu denken … Sehr sehr spannend, das. Was bedeuten diese Einsichten eigentlich für die Geisteswissenschaften, für die Erkenntnistheorie, wenn alle Wahrnehmung nur Stückwerk ist? Provokant gefragt: Gibt die Psychologie der Postmoderne Recht???

    MERCI für den Link! _ W

  2. 2008 August 11

    Das unsere Wahrnehmung doch eingeschränkter ist, als wir uns immer dachten, bzw. wir um unsere blinden Flecken einfach nicht herum kommen, das ist etwas, bei dem die Psychologie die Geisteswissenschaften bestätigt, da gebe ich Dir recht.

    Der Bogen zur Postmoderne ist da aber ein bisschen zu weit geschlagen, imho. Natürlich könnte man sagen, dass die engen, selektiven und ausschließenden Grenzen unserer Wahrnehmung eine Pluralität von wahrgenommenen Wahrheiten (da sollte ich jetzt eigentlich Anführungszeichen setzen, aber ich finde diese Wortkombination so herrlich), die alle in irgendeinem Sinn gültig sind, hervorbringen. Aber da darf man nicht vergessen, dass Menschen auch immer dazu neigen ihre Wahrnehmung untereinander abzustimmen, denn erst durch einen Minimalkonsens wird es möglich, überhaupt mit der Welt umzugehen und auch als soziales Wesen zu agieren. Dazu muss die Beliebigkeit der Zeichen und ihrer Bedeutungen eben in irgendeiner Weise in strukturelle Bahnen gelenkt werden. Etwas, dass die Naturwissenschaften mit ihrem Primat der Nachweisbarkeit recht gut gelöst haben.

    Dass die Postmoderne doch Recht hat, das könnte man eher daran sehen, dass sich trotzdem auch zu den absurdesten Weltanschauungen immer ein mehr oder weniger großes Grüppchen findet, welches diese dann auch ernsthaft vertritt. Also eher ein Nichtanerkennen anderer Bedeutungen als ein Nichtwahrnehmen. Denn wenn man sich in einem einig sein kann, dann dem Umstand, dass die anderen garantiert falsch liegen ;)

    Böse Stimmen würde natürlich sagen, das gelte auch für postmoderne Theoretiker ;)

  3. 2008 August 12

    “[...] die Beliebigkeit der Zeichen und ihrer Bedeutungen eben in irgendeiner Weise in strukturelle Bahnen [...]” lenken – meine Zustimmung: das ist mehr als unentbehrlich. Aber auch “[...] die Naturwissenschaften mit ihrem Primat der Nachweisbarkeit [...]” sind nur EIN Abstimmungsergebnis, das UNSERE auf wissenschaftliche Rationalität eingefahrene Gesellschaft prägt – nebst vielen anderen Denksystemen, die wir dann unserer wertenden Tendenz nach eher “traditionalen” Orientierungen zuordnen. “Knowing you’ve got limits” (Zitat aus dem Artikel) heißt für mich daher im Klartext: Die eigene Rationalität provinzialisieren, um sich einzugestehen, dass unsere Wahrheiten Deinem Wortspiel zufolge nur “wahrgenommen”, also: für wahr genommen werden, selbst aber nicht transzendental oder metaphysisch “wahr” sind.

  4. 2008 August 12

    Klar, das naturalistische Weltbild ist auch nur ein Weltbild, aber ich denke, das ist auch jedem Naturwissenschaftler, der diese Bezeichnung verdient, auch klar. Und sollte eigentlich jedem Menschen auch klar sein, der das deutsche Schulsystem durchlaufen hat und vom Äther- über das Atommodell bis hin zur Quantenphysik alles zumindest schon mal als Begriff, der mit unterschiedlichen Welterklärungsmodellen verknüpft ist, mitbekommen hat.

    Und wenn man den naturwissenschaftlichen Diskurs verfolgt, sei es auch nur auf populärwissenschaftlicher Ebene, wird schnell klar, dass es da das eine Abstimmungsergebnis nicht gibt, sondern an einer Vielzahl von Ergebnissen eine immer weitere Verfeinerung – inklusive dem Verwerfen kompletter Ergebnisse – stattfindet. Naturwissenschaft eben nicht sagt, wie etwas ist, sondern wie man etwas in dern Grenzen der eigenen und der durch Hilfsmittel erweiterten Wahrnehmung beschreiben könnte. Und, ganz wichtig, wie man das allgemeingültig verifizieren kann – da kann auch die Erklärung falsch sein, solange sie das richtige Resultat liefert. Aber richtig, absolut ist diese Wahrheit nicht, aber so nah dran, wie man, wenn es um naturalistische Fragestellungen geht, momentan an diese herankommen kann.

    Dabei muss man auch differenzieren, an welches Objekt man die Relativität von Wahrheit herantragen will. Ideologien, Religionen, institutionalisierten Strukturen von Ungleichheit etc., gerne, aber wenn ich über die Schwerkraft rede, wäre ich vorsichtig ;)

    Wahrheit im endgültigen Sinn, da lässt sich nämlich vortrefflich streiten, ob es sie gibt oder nicht. Ich persönlich bin zufrieden, nicht nicht Mensch zu sein, sonst wäre die Welt ja langweilig und meine eigene Wahrheit das Mass aller Dinge ;)

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  1. I wanna be your dog « m.arschflugkoerper

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