Der Graf zahlt

2008 August 31

Was das Archiv mit dem Vampirismus und anderen Untoten verbindet, ist die Idee eines unendlichen Lebens. Beide sind von dem Ideal unendlicher Wiederholbarkeit geprägt: Der Vampir, sofern er erfolgreich ist und seine tägliche Blutdosis erhält, wird mit dem ewigen Leben belohnt (oder meist eher bestraft) – genauso wie die archivierten Gegenstände und Bücher die jetzt Lebenden überleben sollen. Es ist die metaphysische Idee einer unendlichen Wiederholbarkeit, einer Idealität ohne Endlichkeit, die in der Populärkultur ein großes Faszinosum entfaltet und zum beliebten Stoff wird. Die Logik des Archivs wird gerade durch die Figur des Vampirs am besten repräsentiert.

Achtung: Neue Bibliotheksausweise [via] nur gegen Vorlage eines Kruzifixes.

  1. 2008 August 31

    Nachgetragen: Das schreibt Urs Stäheli in ‘Die Wiederholbarkeit des Populären: Archivierung und das Populäre’ auf den Seiten 73-83.

  2. 2008 August 31

    Wird auch sofort erstmal alles sicherheitshalber gespeichert, bevor sie es sich anders überlegen. (-: Mann, da hat man ja erstmal Lesestoff satt. Guter Tip! Ist ja sogar illustriert. Zum Glück hat mein Drucker eine Bookmarket Funktion. Also noch ein paar Nägel durch den Stapel geschlagen und vernähen. ( Ich komme ja langsam in das Alter in dem man wieder anfängt zu basteln )

  3. 2008 August 31

    Bücher selber binden ist natürlich herrlich oldschool ;) Auch wenn ich schon länger mit dem Kindle liebäugele, bis jetzt hat mich noch kein Ebookreader überzeugt und irgendwie weiß ich nicht, ob ich das Gefühl von Papier nicht vermissen werde. Aber wenn ich an den nächsten Umzug denke, der im nächsten Jahr irgendwann ansteht, dann packt mich beim Anblick meiner Bücherregale und deren Umfang die Angst. Hat eben alles Vor- und Nachteile ;)

  4. 2008 August 31

    Vor dem Hintergrund der permanent sinkender Einnahmen in den Printmedien ist das E- Book ein gutes Beispiel für einen Bereich dessen Potential von der Industrie momentan völlig verpennt wird. Die paar Beispiele die es da zur Zeit gibt, liefern nur mangelhafte Ergebnisse. Siehe hierzu auch Elektronische Dokumente und die Zukunft des Lesens vom 24th Chaos Communication Congress
    Wir hatten vor kurzen dazu mal eine Diskussion hier im C-Forum wo der Link im Zuge einer Dioplomarbeit gepostet wurde.

  5. 2008 September 1

    Immerhin einige Comicverlage haben das erkannt und versuchen sich in diesem Umfeld zu betätigen. Das kann aber auch daran liegen, dass die schon immer eine recht begrenzte Zielgruppe hatten und haben und dementsprechend auch auf diese angewiesen sind. Vielleicht tun sie das auch, weil Comics auch nicht unerheblich illegal zum Download verfügbar sind. Von den großen amerikanischen Publishern dürfte es keinen Titel geben, der nicht früher oder später bei der Pirate Bay auftaucht. Das ist etwas, wovon die klassischen Buchverleger noch nicht so betroffen sind.

    Wobei ich denke, dass sich das ändern wird, sobald ein massentaugliches und ausgereiftes Lesegerät auf den Markt kommt, der Kindle ist da nur ein erster Schritt und kommt, wen wunderts, nicht von einem Verleger, sondern von einem Onlinehändler ;)

  6. 2008 September 1

    Jetzt müssen wir nur noch den Vampirismus wieder mit in die Debatte kriegen ;)

  7. 2008 September 1

    LOL! Ich dachte dass du “ Kindle “ als schwäbische Verniedlichung verwendet hättest: “ Ich liebäugle noch mit dem Kindle! “ ( Bezogen auf E-Books) Ich hatte da auch gar nicht weiter drüber nachgedacht, doch als ich weitergelesen habe, und du es wiederum verwendet hast, fiel erst der Groschen , dass du ein bestimmtes Produkt meinst. Wie Doof. Ich habs mir gerade angesehen,das gibt es jawirklich! Ich brauch machmal etwas länger… aber dann …! :-)

  8. 2008 September 1

    Information, Nachricht und Verstehen ist eben kein sicheres Ding ;) Wenn ich gedacht hätte, dass Kindle als schwäbische Verniedlichungsform missverstanden werden würde, ich hätte viel früher einen Link gesetzt ;)

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