Veröffentlicht in Januar 2009

Lieber einen Bauch vom Saufen als einen Buckel vom Arbeiten

Kein Popsong formulierte überzeugender, wie stumpf es sich anfühlt, wenn man sich nichts zu sagen hat. Angenehm stumpf, wie Andreas Dorau sagt. Oder um die Undertones zu bemühen, selbst große Künstler der stumpfen Pop-Punk-Miniatur: „It’s never too late for dumb entertainment.“ Um stumpfe Unterhaltung so unterhaltend hinzubekommen, muss man schon ziemlich clever sein. Wie viele Stücke der Ramones hat auch dieses die schlagende Wirkung eines gelungenen Comics. Überhaupt inszenieren sich die frühen Ramones gern als fleischgewordene Comicfiguren. Davon haben sich später die Beastie Boys einiges abgeschaut, ebenfalls Juden aus New York.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, das Popjournalismus sterben muss, damit Punk leben kann. Manchmal denke ich mir dagegen auch, dass Popjornalismus auf keinen Fall sterben darf, denn sonst lebt Punk nicht mehr; zumindest der Punk, den das Feuilleton sich unter Punk vorstellt. Manchmal, das kommt aber nun wirklich selten vor, beinahe könnte man meinen, so gut wie gar nicht, erscheint es mir auch wie eine glückliche Fügung, dass die Feuilletonpunker das was sie schreiben da schreiben, wo sie auch hingehören.

Zum letzten Satz darf man gern den allseits bekannten Song von Cotzbrocken anstimmen.

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Fehdehandschuh: 85 Cent

Was ich an Kaffee, frisch aus Automaten gezogen, bis zum Schwappen an der oberen Grenze eines geriffelten Plastikbechers stehend, mag, ist nicht nur der heimelig-billige Geschmack und das Hoch des Koffeinsturzes. Ich mag daran auch die sirrenden Geräusche, die entstehen, wenn man im Becher, der zu diesem Zeitpunkt maximal halbvoll sein sollte, mit kreisenden Handbewegungen seinen eigenen Strudel (Physik) erzeugen kann – in etwa das auditive getränketechnische Äquivalent der Autoschlüssel, die durch einen Senkkastendeckel rasseln.

Was ich nicht mag: Das Gefühl, jemandem diesen Kaffee ins Gesicht schütten zu wollen.

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Joghurttaxonomie

Beim letzten Besuch sagte meine Mutter zu mir, dass dieser Joghurt mit dem Namen, der ihr gerade nicht mehr einfallen wollte, der eine aus der Werbung sei das jedenfalls, dass der den Darm ganz schön durchputzen würde. Als ich dann im Kühlschrank ein Exemplar fand, kam mir angesichts der auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe der Gedanke, dass es da erstens 120g Schmalz am Stiel gesünder sein könnten – und zweitens sich dieser Joghurt in keinster Weise von anderen Exemplaren derselben Gattung unterscheidet.

Aber wie erklärt man seinen Eltern, dass das alles Bullshit Science [via] ist?

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