Veröffentlicht in Januar 2009

Erster!

Kennt jeder: Es gibt Menschen, die sind stolz darauf, schon vorher vom neuen coolen Ding gewusst zu haben; das coole Ding ist dabei der Platzhalter für die jeweilige soziale Währung und den dadurch erlangten Status. Jetzt kann ich es noch nachvollziehen, wenn man darauf pocht, doch schon vor Ewigkeiten diese vielversprechende Arschlochband aus einem neuseeländischen Badeort gehört zu haben, aber bei manchen Sachen komm ich nicht nach. Twitter beispielsweise, dort freut man sich, wenn man fünf Minuten vor anderen gewusst hat, dass irgendwo auf der Welt mal wieder Menschen in Stücke geschossen oder wahlweise auch aus havarierten Flugzeugen gerettet werden.

Nicht das ich was gegen schnelle, vernetzte, multiperspektivische Kommunikation hätte, ich mag sowas durchaus gern. Aber so offensichtlich die sich selbst herbeigeschriebene Relevanz vor das schieben, was gerade irgendwo passiert, das ist gruselig.

Und zeigt nur, dass es da an etwas mangelt.

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Ich gegen die Unique Selling Proposition

Morgens im Büro: Auf dem Schreibtisch zu meiner Linken fällt mir ein Radiergummi ins Auge. Würde man diesen Satz wörtlich nehmen, man müsste rätseln ob der Art meiner Tätigkeiten. Aber natürlich ist das keine wörtlich zu nehmende Aussage. Ganz im Gegensatz zu der auf dem noch in Folie eingeschweißten Radiergummi, da wird in schwarzen Lettern und fünf Sprachen die ergonomische Form des Radiergummis angepriesen. Das Ausrufezeichen ist natürlich mit dabei. Nun sieht dieser Radiergummi bei näherer Betrachtung aus wie ein Nierenstein von Luigi Colani und scheint – ich habe es überprüft – durchaus gut in der Hand zu liegen.

Logische Deduktion sagt mir allerdings, dass dies nur bei den ersten paar Anwendungen so sein wird. Denn dann wird die unumgängliche Natur des Radiergummis ihren Tribut fordern und er wird Stück für Stück schwinden; da hat es sich dann mit der ergonomischen Form.

Geht dem Menschen ja auch nicht anders.

Den Satz darf man übrigens wörtlich nehmen, gerne auch in fünf Sprachen.

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Vauweh!

Irgendwie frage ich mich bei solchen Sachen [via], warum Egoshooter so schlecht angesehen sind, Online-Börsenplanspiele aber durchaus auch mal unter Bildung laufen können. Wer da meint, Ressentiments gegen zu abstrahiertes Wirtschaften rauszuhören, hat richtig gehört.

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