Wenn es etwas gibt, dem im öffentlichen Diskurs am wenigsten getraut wird, dann ist das der eines statistischen Zusammenhangs. Ob es nun Goebbels war oder doch Churchill, man traut keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Allerdings – und das gerät doch immer ins Hintertreffen, wenn sich überhitzte Vertreter einer kritischen Öffentlichkeit mit diesem Thema befassen – gibt es einige Gründe, warum gute Statistik und Aussagen über Zusammenhänge doch zusammengehen können. Nun stützen die belustigenden Beispiele in diesem lesenswerten Artikel [via] eher erstere Variante, aber es geht darin ja auch um Journalismus statt Wissenschaft, da erlaube ich mir einen differenzierten Bias.


Ach je, der Friedman. Someone should have fried him long ago. Das Beängstigende an ihm ist ja, finde ich, dass er sowas wie ein Roland Koch der schreibenden Zunft ist: der ist einfach nicht tot zu kriegen. Zur Not tut er eben so, als ob er sich neu erfindet.
Bewundernswert – wenn ich diese Kategorie gelten lasse – finde ich ja bei solchen Personen wie Friedman die Fähigkeit, wenn irgendwo die Kacke am Dampfen ist, es schon immer gewusst zu haben. Entweder sind das dann zumindest rhetorische Skills, vielleicht aber auch einfach nur das mangelhafte Kurzzeitgedächtnis der Öffentlichkeit.
Letzteres würde ich bevorzugen, denke ich ;)
Jo, letzteres. Definitiv. Ulli Beck ist da ja auch so ein Kandidat. Überhaupt meine ich inzwischen erahnen zu können, dass es da so eine Art geheime Kaste gibt, der Leute wie Friedman angehören. Beck, gehört auch dazu. Und Sloterdijk, dieser Ulrich Beck unter den Philosophen. Und dann noch Herfried Münkler. Allesamt haben sie – ich beschränke das für’s erste auf’s Formale – eins gemeinsam: Fußnoten sucht man in ihren Büchern vergebens … :-)
Den Münkler kenne ich jetzt nur beiläufig aus den Feuilletons, ebenso wie den Sloterdijk. Und bei beiden kommt bei mir gar nicht mehr die Lust auf, zu schauen, ob dahinter nicht doch etwas vielversprechendes steckt – nicht umsonst klingen auch die fortgeschrittensten Theoriemodelle in normaler Umgangssprache meist recht banal. Daran können sich, denke ich, aber ganze Generationen von Wissenschaftsvermittlern die Zähne ausbeißen ;)
Beck teilt das Problem, ab und an entdeckt man in seinen Texten ganz gehaltvolle Momente (das sind dann nicht die Dinger, die in der Zeit und in der FAZ rezensiert werden), die angesichts des sie umgebenden Rests und dem Umstand, dass er in der Öffentlichkeit das wiederum als Weltbild verkauft, einen Beigeschmack der Oberflächlichkeit bekommen. Böse Geister könnten statt Oberflächlichkeit auch Zufälligkeit schreiben, aber so weit würde ich nicht gehen wollen.
Das eigentliche Problem dabei ist, wie man bei öffentlich auftretenden Wissenschaftlern – oder auch bei wissenschaftlich auftretenden öffentlichen Personen – sicherstellen kann, dass diese nicht nur einen solchen Habitus aufweisen, sondern auch die Substanz dahinter stimmt.