Veröffentlicht in März 2009

Drei von fünf

Wenn es etwas gibt, dem im öffentlichen Diskurs am wenigsten getraut wird, dann ist das der eines statistischen Zusammenhangs. Ob es nun Goebbels war oder doch Churchill, man traut keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Allerdings – und das gerät doch immer ins Hintertreffen, wenn sich überhitzte Vertreter einer kritischen Öffentlichkeit mit diesem Thema befassen – gibt es einige Gründe, warum gute Statistik und Aussagen über Zusammenhänge doch zusammengehen können. Nun stützen die belustigenden Beispiele in diesem lesenswerten Artikel [via] eher erstere Variante, aber es geht darin ja auch um Journalismus statt Wissenschaft, da erlaube ich mir einen differenzierten Bias.

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Der Vorstand der Verstandsetage

Mit Worten kann alles viel weniger schlimm gemacht werden als es sich eigentlich anhören würde, würde man eine möglichst multiperspektivische Nähe zu diesem seltsamen Ding namens Wirklichkeit als Grundbedingung für das eigene Operieren nehmen würde. Aber damit wäre natürlich keinem geholfen, ebenso wenig könne Transparenz helfen, denn damit würde man keinesfalls der Sache dienen und schon gar nicht konkret zur Erhaltung der Arbeitsplätze der Kollegen beitragen. Verständnis und ein herzliches Dankeschön dagegen, die kosten ja nichts. Zumindest so als Worte.

Asche und Trümmer sind eben auch Ergebnisse einer Restrukturierung.

Oder etwa nicht?

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Natürlich lebe ich in meiner eigenen Welt, wo denn sonst?

Nur so am Rande möchte ich mal anmerken, dass es durchaus belustigend sein kann, wenn überall immer vom richtigen Leben die Rede ist. Als ob die Playstation, die Crackpfeife und die Neigung des Menschen, sich mit schöner Regelmäßigkeit seine eigene Welt zu basteln, nicht zum richtigen Leben gehören würden. Natürlich möchte ich niemandem zu nahe treten oder die Gültigkeit allgemeiner Normen in Frage stellen, ersteres aus Höflichkeit, zweiteres aus Einsicht der Notwendigkeit heraus, aber wenn ich noch mal ein Argument höre, dessen aus Unverständnis und Ignoranz geborener Kern die Aufforderung ist, sich dem richtigen Leben – oder noch schlimmer: der Wirklichkeit – zu stellen, dann kann ich nur herzhaft, herzhaft lachen.

Vielleicht nicht ins Gesicht, aber zumindest in mich hinein.

Oder anders aufgezäumt: Das atomisierte Individuum der Moderne ist nicht erst seit Hiroshima ein schlechter Witz. Den Vergleich finden Sie geschmacklos? Dann sollten Sie Sich, nur so als Ratschlag von Mensch zu Mensch, vielleicht mal der Wirklichkeit stellen.

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