„Ich meine, der hats so schön gerade. Die machen da ja Kurzarbeit und stell Dir das mal vor, der bekommt achtzig Prozent eines normalen Gehalts, das ist schon einiges, und hat dafür immer so ein, zwei Tage frei.“
— “Das ist ja wirklich sooo cool!“
„Ja, nicht? Das hab ich ihm auch gesagt, da meinte er nur, so genau wär das nicht. Weil er ja schließlich nicht weiß, ob er den Job nächsten Monat noch hat und ob und wie. Trotzdem, für die Kohle würd ich auch kurzarbeiten, auch wenn ich nicht darauf angewiesen bin.“
— „Stimmt, das geht nur, solang man nicht darauf angewiesen ist.“
Das hier ist eine Universitätsstadt. Und es ist wieder Beginn des Semesters. Dazu kommt der Sommer, der sowieso immer die leichtere Seite des Lebens hervorbringt — ganz zu schweigen von den leichtgewichtigen Wirtschaftswissenschaftlern Ende zwanzig, die der Sommer auf die Straße treibt wie im Herbst der Bauer die Kühe beim Almabtrieb — und das Wald- und Wiesenverständnis von wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenhängen feiert fröhliche Urstände.
„Mit extra Milchschaum, bitte.“
Das hier ist eine Universitätsstadt. Leider.