Der habe auch immer gedacht, er könnte die Welt zerreißen. Sagt meine Mutter am Kaffeetisch, nahtlos anknüpfend an die Erzählungen von den Beerdigungen der letzten Woche. Da hätten sie zwei Klappstühle mitgenommen, denn wenn man nicht schon zwei Stunden vorher käme, wäre die Aussegnungshalle schon dermaßen voll, dass einem nur das Stehen übrig bleiben würde.
Der habe auch immer gedacht, er könnte die Welt zerreißen. Sagt mein Vater, als er erzählt von damals. Als sie in einer Cessna über das kleine Dorf flogen, dass sie Heimat nennen. Treu seinen schwäbischen Wurzeln habe der da beim Blick auf seinen kleinen Zuliefererbetrieb für einen Maschinenbauer in dem etwas größeren Städtchen den Berg hinab gescherzt, dass er da bei sich unten gar niemand arbeiten sehen würde. Das könne da ja nicht mit rechten Dingen zugehen. Ging es aber doch, in staubtrockenen Sommern, in denen ich dort mit Lötkolben und Schraubschlüssel meine Jugend absaß, konnte ich mich davon überzeugen.
Der habe auch immer gedacht, er könne die Welt zerreißen. Manchmal sitzt er auf der Terasse vor dem Haus und keiner weiß, ob er überhaupt noch etwas mitbekommt, von dem was war und von dem was ist. Besuche werden mit vorwurfsvollem Ton angemahnt und verlaufen in der Regel ereignislos.
Die Klappstühle stehen in der Garage, jederzeit griffbereit.
Für die alten Freunde, die Weggefährten und den ganzen Rest.
Man kannte sich schließlich.


Ein Blick von oben nach unten und von oben nach unten zurück. Wenn ich wählen dürfte, blieb ich lieber unten da wo ich bin.