Veröffentlicht in November 2009

Wenn Dummheit weh täte, müsstet Ihr Euch in Schmerzen winden

An der Autobahnraststätte sehe ich eine Gruppe junger Männer, alle in Anzügen und mit rasant gegelten Haarschnitten, welche sich in der Wartschlange vor dem Schnellrestaurantschalter köstlich zu amüsieren scheinen. Auf ihr Rufen, man möge doch bitte eine zweite Kasse öffnen, schließlich seien Kunden da, wird seitens des eh schon überforderten Personals nicht reagiert. Irgendwie, denke ich bei mir, liegt hier ein ganz komischer Geruch in der Luft, irgendetwas zwischen Brüderschaftstrinken und Friedrich-Naumann-Stiftung.

Was denn dieses Jahr an der Silversterfeier so geboten sei, fragt einer der jungen Männer. Der Spassvogel der Truppe – erkennbar an der Pappkrone, die seit einigen Minuten sein Haupt ziert – erwidert, er habe da an Frank Rennicke gedacht, er kenne da jemanden, der prima Verbindungen zu ihm habe.

Ich nehme meinen Kaffee in die Hand und gehe hinaus in die Kälte. Als ich bei den letzten Züge meiner Zigarette bin, erspähe ich ein Burschikäppchen auf dem Armaturenbrett im Auto neben mir und ich frage mich, ob Frank Rennicke beim türkischen Gemüsehändler um die Ecke einkauft, um es den multinationalen jüdisch-amerikanischen Handelskonzernen mal so richtig zu zeigen.

 

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