Keine Airbags für die CSU

Relationen sind wunderbar: Eine Trunkenheitsfahrt im Dienst mag in der CSU zum guten Ton gehören, in der evangelischen Kirche eher nicht. Vielleicht ist das den Resten einer protestantischen Ethik der Askese geschuldet, vielleicht auch nur dem Umstand, dass Frauen hinter dem Steuer nicht zu trinken haben. Wenn sie überhaupt hinters Steuer gehören, würden manche wohl sagen.

Aber manche geben auch sonst nichts Kluges von sich.

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8 Gedanken zu “Keine Airbags für die CSU

  1. Heuni sagt:

    Amen, Bruder.

    P.S.: Du schreibst mir in letzter Zeit zu wenig!

  2. xtomx sagt:

    Er schreibt wieder!!!
    Ich bin begeistert…

  3. Lara sagt:

    In der CSU kann man in jedem Fall eher drüber lachen, als bei der EKD. Die evangelische Kirche hat dahingehend ein wesentlich höheres Vertrauen zu verspielen als die CSU. Mit Männlichkeit hat das weniger zu tun als es hochgespielt wird, aber natürlich immer auch ein wenig. In jedem Fall streiten über den Fall Käßmann Menschen, die vorher nichts mit der Kirche zu tun haben wollten. Das finde ich sehr befremdlich.

  4. Mark sagt:

    Männlichkeit spielt insofern eine Rolle, denke ich, als dass einer Frau eine Trunkenheitsfahrt – was schon mal voraussetzt, dass man betrunken ins Auto steigt – nicht als Kavaliersdelikt ausgelegt wird. Sondern eher als ein fundamental moralisches Versagen – mit einer Obergrenze des ‘lustig beschwipst sein’, die nicht überschritten werden sollte.

    Was die Kritik von Seiten angeht, die eigentlich ruhig sein sollten, da fällt mir ein Zitat aus der letzten Being Human-Folge ein: “Here we are, covered in blood and talking about morality.”

  5. Lara sagt:

    Das Zitat ist gut, wobei ich wirklich eher an die dachten, die sich jetzt auf Käßmanns Seite stellen und sie verteidigen, obwohl sie vorher nicht nur nichts mit der Kirche zu tun hatten, sondern dieser auch nicht sonderlich freundlich gegenüberstanden. Sicher, das ist kein Widerspruch. Den Widerspruch sehe ich darin, dass man Käßmann nicht um jeden Preis verteidigen muss. Sie ist volltrunken ins Auto gestiegen. Das bei der Debatte um ihren Rücktritt beiseite zu lassen, finde ich nicht sonderlich ansprechend. Dass auch der kritische Umgang mit ihr von einer nicht zu übersehenen Verlogenheit geprägt ist, das steht meines Erachtens auf einem anderen Blatt und ist genauso lächerlich. Aber naja, Beckstein wollte Käßmann ja halten, das Patriarchat in der CSU scheint insofern gnädig mit Käßmann zu sein. Ich denke die Weiblichkeit spielte hier nur bedingt eine Rolle, ich habe eher den Eindruck, dass sich jemand in der Kirche (gerade in der protestantischen) so etwas einfach nicht leisten kann. Oder gibt es jüngere männliche Gegenbeispiele? Wäre interessant.

    Ganz ehrlich: Kann man es (abseits der moralischen Frage) der Gesellschaft wirklich vorwerfen, dass Teile von ihr in sich hinein kichern? Es gibt einfach zuviele amüsante Querverbindungen, als dass man es einfach vergisst: protetantische Enthaltsamkeit vs. 1,5 Promille, Wasser predigen – Wein trinken und natürlich Sprüche wie (zuletzt von Harald Schmidt zitiert) “der Mensch denkt – Gott lenkt”. Gib zu, man kommt ums Schmunzeln einfach nicht herum :) Insbesondere dann, wenn man die Kirche ohnehin schon nicht sonderlich gut leiden kann. Ich finde es schade, dass Käßmann gegangen ist, aber über ihre Gedankenlosigkeit habe ich wirklich geärgert. Jemand, der derart im Fokus von Anfeindungen steht und politisch so wichtig ist darf sich so etwas einfach nicht leisten. Aber klar, wir sind alle nur Menschen…

  6. Mark sagt:

    Schmunzeln ganz sicher. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob damit nicht eher die eigene Unzulänglichkeit in anderen moralisch aufgeladenen Dingen ein wenig versteckt werden soll. Vielleicht ist es das gleiche Prinzip wie in den USA, wo die größten Gegner der Schwulenehe dann mit Callboys erwischt werden. Wobei man da natürlich nicht generalisieren sollte. Nicht jede Form der Homophobie ist eine seltsame psychologische Kompensation des eigenen Verlangens, manchmal ist es auch nur eine Rückständigkeit im Denken und Empfinden.

    Um aber auf die Gendersache zurückzukommen, die hab ich eher so gedankenlos – besser vielleicht: assoziierend – dahingeschrieben. Und klar, es gibt vieles, was man Käßmann hier vorwerfen kann. Nur denke ich, dass einem Mann das Autofahren mit etlichen Promille zu viel nicht derart zum Strick gedreht werden würde – ich zumindest habe wenig Stimmen vernommen, die diesen Rücktritt als überzogen empfunden hätten. Das weibliche Gegenstück zum Kavaliersdelikt muss eben erst noch erfunden werden.

    Wobei ich ehrlicher weise gestehen muss, alkoholisiertem Fahren keinerlei Toleranz entgegenzubringen, Käßmann in gewisser Hinsicht aber trotzdem zu verteidigen. Nun, wie ich geschrieben habe, Relationen sind wunderbar. Menschen übrigens auch, meistens ;)

  7. Lara sagt:

    Grand-dame-delikt?

  8. Mark sagt:

    Wenn die Fallhöhe entsprechend ist, passt das hervorragend ;)

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