Mit ‘Computer und so’ verschlagwortete Einträge

In Unkatzegoriert on 31. Juli 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Computer und so, Software, Wie ich meinen Tag verbringe
Selten habe ich ein Stück Software gesehen, das dermaßen benutzerunfreundlich war und bei dessen Workflows einem beinahe schon der misstrauische Gedanke durch den Kopf gehen könnte, dass diese vor allem in Hinblick auf den zusätzlich laufenden Supportvertrag so gestaltet wurden. So gesehen ist das natürlich schon fast wieder intelligentes Design – pun intended. Oder aber die Entwickler gehören zu diesem Schlag Mensch, der beim Schuhebinden jedesmal die Schnürsenkel neu einfädelt, weil man sonst nicht garantieren könne, dass der Knoten halte.
Es ist ein Kreuz mit den externen Dienstleistern: Mit dem einem Auge schauen sie in dein Lastenheft und mit dem anderen auf deine Brieftasche. Und ich? Ich schaue mit beiden Augen in die nicht vorhandene Dokumentation. Super.

In Allgemeines on 3. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Baudrillard, Computer und so, Kultur 2.0, Medial & Mehr, Nerdstuff, Soziologie, Wissenschaft
Noch mehr Berufschancen für arbeitslose Sozialwissenschaftler mit Abschluss, diesmal allerdings mit mindestens annehmbaren Computerkenntnissen:
Schon seit einiger Zeit kursieren Auszüge daraus in amerikanischen Blogs. Aus ihnen geht hervor, dass das Projekt „Kultur- und Verhaltensnormen in virtuellen und Spielwelten“ genauer ins Visier nehmen soll. Daten aus diesen Bereichen des Netzes, die öffentlich zugänglich sind, sollen die Grundlage für „beobachtende Forschung“ bilden, die darauf angelegt ist, zunächst eine „Grundebene an normativen Verhaltensweisen“ zu schaffen. Im nächsten Schritt soll dann geklärt werden, ob es künftig möglich ist, in virtuellen Welten verdächtiges Verhalten im Unterschied zu „normalem“ Verhalten automatisch zu ermitteln.
Na, das hört sich doch um einiges ungefährlicher und weniger lebensbedrohend an als der Einsatz in einem Human Terrain Team, auch wenn die zugrunde liegende Annahme doch recht weit hergeholt scheint. Denn nirgendwo benimmt man sich besser anders – oder auch daneben – als in virtuellen Welten.

In Allgemeines on 28. Februar 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Computer und so, Nerdstuff, Persönliches & Alltag, Tür, Toilette
Ich stehe am Waschbecken und wasche wie ein braver Junge meine Hände. Plötzlich geht die Tür auf und ein älterer Kollege schaut verdutzt herein. „Oh, falsche Tür!“ murmelt er und zieht sie wieder zu. Ich trockne meine Hände ab und trete aus der Männertoilette heraus. Links und rechts nur leere Büroflure und meterweit kahle Wände. Die einzige andere Tür ist die zur Damentoilette, etwa drei Meter entfernt.
Beide Türen sind neutral gehalten, aber mit großformatigen, kontrastreichen und nicht zu übersehenden Symbolen dem jeweiligen Geschlecht zugehörig gekennzeichnet. Ich frage mich, durch welche Tür er meinte zu treten.
Vielleicht können zwanzig Jahre in der Softwarentwicklung einem sowas antun, dass man als Mann in die Herrentoilette tritt und denkt, man habe die falsche Tür erwischt. Passiert einem dann vielleicht ständig.

In Allgemeines on 21. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Computer und so, Nerdstuff
Ich gebe zu, unumwunden und frei von der geschundenen Leber hinweg, dass ich unwürdig bin. Wertlos und kaum zu gebrauchen, zumindest nicht in diesem Bereich des elektronischen Lebens. Trotz vieler Bemühungen, unzähliger Wikiseiten und jedem möglichen Lösungsansatz, den ich mit wilder Verzweiflung probiert habe, ist mir das löbliche Unterfangen doch nicht gelungen.
Nun werde ich auch die weiteren Jahre in den Klauen des ungeliebten Giganten gefangen sein, werde seine Späßchen, die er mit mir treibt, dulden müssen wie ein Sozialkundelehrer mit mangelndem Selbstbewusstsein vor einer Klasse jugendlicher Rowdies, die nur auf Krawall gebürstet sind. Werde weiter die alltäglichsten Arbeitsschritte verfluchen und mich in der Öffentlichkeit beobachtet fühlen, immer der Gefahr ausgesetzt, dass Eingeweihte meinen riesigen Malus erkennen könnten und mir mit netter, aber trotzdem unverhohlener Verachtung begegnen.
Der Grund des Ganzen? Ich habe versucht auf meinem Laptop Linux zu installieren. Hat auch sehr gut funktioniert, ich war begeistert von der immensen Schnelligkeit, die aus diesem kleinen Gerät herauszuholen war, von der unüberschaubaren Menge an zur Verfügung stehender Software und auch ganz allgemein vom schlanken und höchst effektiven Bedienkonzept von Ubuntu, der gewählten Distribution meines Vertrauens. Doch oh weh, was drohte mir. Gerade die wichtigste KO-Komponente, namentlich der drahtlose Netzwerkadapter, versagte seinen Dienst, und war weder mit nativen Windowstreibern noch mit Betteln und Flehen zur Kooperation zu bewegen. Auch weitere Live-CD-Versuche mit Brüdern und Schwestern von Ubuntu waren erfolglos. Und das mir, der ich bisher noch nie von einem Stück Hard- oder Software besiegt wurde, da lag ich nun, geschlagen und gedemütigt. Zum Glück war ich alleine mit meiner Qual, zum Glück konnte keiner sehen, wie ich schlussendlich aufgab und die Windows XP-CD in das Laufwerk schob. Schluchzend.
Mittlerweile sind die Tränen getrocknet. Bin ich wieder fest im Griff einer multinationalen Krake, unmündig werde ich weiter nur ein Schaf in der Herde sein. Aber irgendwo, tief in meiner Nerdseele, glimmt noch ein Funke, der vielleicht bald wieder das Feuer der Hoffnung zu entzünden vermag, das alles Unerträgliche niederbrennt. Dazu passend liegt auf dem Desktop das Fedora-Image, bereit zum Brennen. Ich brauch nur noch ein Streichholz.

In Allgemeines on 2. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Computer und so, Medien, Medienpartner, Meinung, Na Danke!
Fritz vom Bootsektor schreibt heute über dumm gelaufene Marketingstrategien und bringt dabei eine eher unangenehme (fragt sich nur für wen) Anekdote aus seiner Zeit bei der seligen PowerPlay. Genauer geht es um einen Teil der Command & Conquer-Reihe, von dem keine Vorab-Testversionen rausgingen:
„Die PP-Redaktion ging einen anderen Weg und besorgte sich einen der vielfach kursierenden Downloads, von fürsorglichen Westwood-Mitarbeitern vor dem Erscheinungstermin ins Netz gestellt. Mein Testergebnis fiel eher bescheiden aus: mittelmässige Grafik, Schwächen in der Spielbalance, im Ganzen eine Enttäuschung. Der Vertrieb Electronic Arts sperrte daraufhin Bemusterung mit Infos und Software sowie alle Anzeigen für drei Monate.„
Dafür wurde wohl das Wort Medienpartner erfunden. Ein Wort, welches nicht mal im Duden steht, jedenfalls nicht in der normalen Ausgabe. Ein Wort, welches die Grenze zwischen journalistischer Berichterstattung und der Assimilation in einen übergeordneten Komplex von Ökonomie, Konsum und Marketing zunehmend unschärfer macht.
Ein Wort, welches noch nicht Unwort des Jahres war, es neben Humankapital und Ich-AG aber durchaus verdient hätte. Ein Wort, das sich in bestimmten Kreisen auch gerne hinter Begriffen wie Musikfreunde und Streetteam versteckt – aber trotzdem ob seiner hässlichen Visage unverkennbar bleibt. Eurozeichen in den Augen, die Nase gepudert vom Koks und den Schnurrbart akkurat nach dem neuesten Furz gezwirbelt. Professionell sieht anders aus.

In Allgemeines on 2. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Arbeit, Computer und so, Intranet, Nerdstuff, Satire
Sagt Toby Ward in seinem Podcast unter dem Punkt How to talk to IT. War bei mir für einen Lacher gut:
„If men are from Mars and women are from Venus, then IT is from Pluto.„
Bis mir wieder einfiel: Pluto ist gar kein Planet mehr, sondern nur noch ein Zwergplanet. Informatiker, Netzwerktechniker und Helpdesksklaven daraus folgernd auch nur Zwergmenschen? Man stelle sich vor, das komplette IT-Department bringt es gestapelt nur auf eine Größe von 3 Metern, da müsste die durchschnittliche Schreibtischhöhe abgesenkt werden. Unvorstellbar und vor allem unbezahlbar. Andererseits auch Vorteile da – wenn man in engen Serverschränken arbeiten muss, beispielsweise. Oder an den Kaffeekosten sparen kann. Aber politisch korrekt ist das nicht.
Wer übrigens die Anspielung aus der Überschrift zuordnen kann, hat meinen vollen Respekt.

In Allgemeines on 27. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Computer und so, Gewalt, Kultur 2.0, Medien, Na Danke!, Schlechte Recherche
Noch mal, oder auch schon wieder, diesmal gut recherchiert. Jan Schejbal hat den hier und hier thematisierten Panorama-Beitrag minutiös seziert. Und das ist für jeden, der sich ein bisschen in der Materie auskennt, einfach frech bis erschreckend.

In Allgemeines on 23. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Computer und so, Gewalt, Kultur 2.0, Medien, medienwissenschaft, Meinung, Na Danke!, Politik, Schlechte Recherche
Nicht über diese Sache, aber über den verlinkten Panorama-Beitrag regen sich einige auf, darunter netzpolizik.org und der Zufallsfaktor. Das auch zu Recht, für mich aber ohne das überraschte Element. Als ich – nach langer Zeit mal wieder – das letzte Mal Panorama, Monitor oder eins der anderen öffentlich-rechtlichen Magazine sah, hab ich mit Erschrecken eine unschöne Tendenz feststellen müssen. Die Tendenz zum immer populistischeren Marktschreien im TV-Äther; was bei Polit- oder Wirtschaftsskandalen noch leicht übersehen werden kann, wurde bei dem Killerspiele-Beitrag richtig deutlich. Dass die Arbeitsweise und die Wahl der Inszenierung den Privaten zum Teil in nichts nachstehen. Potenziert durch Unwissenheit über den in der Populärkultur und im Sozialen immens bedeutsam gewordenen Gaming-Komplex.
Ich hätte nicht gedacht, dass der Schlechte Recherche-Tag so oft passend ist. Mag man beschissen finden, ist aber letztendlich ein zwingendes Resultat, wenn die Quote und der Zuschaueranteil den Ton angeben. Und der macht bekanntlich die Musik.

In Allgemeines on 8. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Bundestrojaner, Computer und so, Meinung, Na Danke!, Politik
Was ist mit meiner inneren Sicherheit? Der Sicherheit meiner Privatsphäre? Steh ich bald unter Generalverdacht? Abgesehen davon sollte man sich bei solchen Themen erst vorher informieren, was denn machbar ist und mit was man sich der Lächerlichkeit preisgibt.
„An das Internet muss er aber immer“, ist laut Innenminister die eindeutige Lehre, die Strafverfolger aus dem bisherigen Verhalten von Terroristen geschlossen haben. Dementsprechend müssten ihnen Trojaner geschickt werden, von denen Schäuble zugibt, „gerade mal so“ zu wissen, was die Trojaner können. Er selbst habe jedoch keine Angst vor Spionage-Software, so Schäuble im Interview: „Nein, ich öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die ich nicht genau einschätzen kann. Außerdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken.„
Leute, die nichts zu verbergen haben, müssen sich also keine Sorgen machen. Und es trifft bestimmt immer die Richtigen. Terroristen und Kinderschänder. Ist doch nur für die innere Sicherheit.
Ja klar. Wenn die Hölle zufriert.

In Allgemeines on 5. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Computer und so, Nerdstuff, Persönliches
Die Freundin hat gerade eben ihren Laptop aufgemotzt. Jetzt ertönen bei verschiedensten Windows-Ereignissen Samples von The IT Crowd. Das ist cool. Aber noch viel cooler ist, dass die Freundin gleich den Schwierigkeitsgrad auf Advanced gesetzt hat. Soll heißen sie hat extra dafür Mp3-Samples zu Wave-Dateien konvertiert. Völlig ohne meine Hilfe, das ist echt herzergreifend. Wenn ich Tarzan wäre, würde ich mir jetzt auf die stolzgeschwellte Brust trommeln.
Jetzt muss sie nur noch lernen, dass die Filme von Jackie Chan ernst zu nehmende Werke sind – aber nicht der neumodische Hollywood-Schund, den er die letzten Jahre gemacht hat. Das schaffen wir bestimmt in den nächsten 3 Jahren.

In Allgemeines on 23. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Arbeit, Computer und so, Gelesen, Intranet, Na Danke!
Im Büro komische Parallelen: heute morgen ging eine falsche Newsmeldung ins firmenweite Intranet. Grund war eine Mischung aus Versehen, Unwissenheit und unklaren Regelungen. Nichts schlimmes passiert, man ist ja daran gewöhnt, das in Organisationen einer bestimmten Größe die Abläufe nicht mehr zu durchschauen sind – mit dem Sprichwort mit der linken und rechten Hand brauch ich da gar nicht zu kommen. Also Rückruf gestartet, die richtig gestellten Informationen veröffentlicht und gut wars, Fehler behoben.
Fünf Minuten später bei Toby Ward diesen Eintrag gelesen; in Malaysia ist wohl die maximierte Version eines solchen Fehlers passiert – und zwar dem Wissenschaftsministerium. Nur ging da über das interne Netz eine falsche Erdbebenwarnung nach außen, die auch von lokalen Medien weiterverbreitet wurde. Peinlich, um nicht zu sagen beinahe gefährlich. Ich war nur froh, nicht dafür verantwortlich zu sein. Und der Song von Led Zeppelin kam mir in den Sinn; passend?