Getaggt mit Computer und so

Das ist doch kein Messer!

Selten habe ich ein Stück Software gesehen, das dermaßen benutzerunfreundlich war und bei dessen Workflows einem beinahe schon der misstrauische Gedanke durch den Kopf gehen könnte, dass diese vor allem in Hinblick auf den zusätzlich laufenden Supportvertrag so gestaltet wurden. So gesehen ist das natürlich schon fast wieder intelligentes Design – pun intended. Oder aber die Entwickler gehören zu diesem Schlag Mensch, der beim Schuhebinden jedesmal die Schnürsenkel neu einfädelt, weil man sonst nicht garantieren könne, dass der Knoten halte.

Es ist ein Kreuz mit den externen Dienstleistern: Mit dem einem Auge schauen sie in dein Lastenheft und mit dem anderen auf deine Brieftasche. Und ich? Ich schaue mit beiden Augen in die nicht vorhandene Dokumentation. Super.

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Jahrelang kritische Theorie gepaukt, jetzt das

Noch mehr Berufschancen für arbeitslose Sozialwissenschaftler mit Abschluss, diesmal allerdings mit mindestens annehmbaren Computerkenntnissen:

Schon seit einiger Zeit kursieren Auszüge daraus in amerikanischen Blogs. Aus ihnen geht hervor, dass das Projekt “Kultur- und Verhaltensnormen in virtuellen und Spielwelten” genauer ins Visier nehmen soll. Daten aus diesen Bereichen des Netzes, die öffentlich zugänglich sind, sollen die Grundlage für “beobachtende Forschung” bilden, die darauf angelegt ist, zunächst eine “Grundebene an normativen Verhaltensweisen” zu schaffen. Im nächsten Schritt soll dann geklärt werden, ob es künftig möglich ist, in virtuellen Welten verdächtiges Verhalten im Unterschied zu “normalem” Verhalten automatisch zu ermitteln.

Na, das hört sich doch um einiges ungefährlicher und weniger lebensbedrohend an als der Einsatz in einem Human Terrain Team, auch wenn die zugrunde liegende Annahme doch recht weit hergeholt scheint. Denn nirgendwo benimmt man sich besser anders – oder auch daneben – als in virtuellen Welten.

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Türen

Ich stehe am Waschbecken und wasche wie ein braver Junge meine Hände. Plötzlich geht die Tür auf und ein älterer Kollege schaut verdutzt herein. “Oh, falsche Tür!” murmelt er und zieht sie wieder zu. Ich trockne meine Hände ab und trete aus der Männertoilette heraus. Links und rechts nur leere Büroflure und meterweit kahle Wände. Die einzige andere Tür ist die zur Damentoilette, etwa drei Meter entfernt.

Beide Türen sind neutral gehalten, aber mit großformatigen, kontrastreichen und nicht zu übersehenden Symbolen dem jeweiligen Geschlecht zugehörig gekennzeichnet. Ich frage mich, durch welche Tür er meinte zu treten.

Vielleicht können zwanzig Jahre in der Softwarentwicklung einem sowas antun, dass man als Mann in die Herrentoilette tritt und denkt, man habe die falsche Tür erwischt. Passiert einem dann vielleicht ständig.

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