Mit ‘Gelesen’ verschlagwortete Einträge

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Die letzte Seite

In Allgemeines on 13. Mai 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Inspiriert hiervon. Da geht es um Lieblingsenden. Ich hab mir die Freiheit genommen und das mal modifiziert. Und einfach zwei Bücher aus dem Regal gegriffen. Vielleicht wahllos, vielleicht unterbewusst gesteuert, wer weiß.

„Postmann hängt nicht der Vorstellung nach, dass ihm vielleicht noch mehr Leben, mehr Schmerz, mehr Ungewissheit bevorstehen. Doch selbst wenn es so wäre, würde ihn das eigentlich nicht umschmeissen. Er hätte nichts dagegen. Trotz seiner Erfahrungen in siebenundfünfzig Jahren hätte er nichts dagegen, noch ein wenig weiterzuleben.“
- J. Robert Lennon, Postmann.

„Und zu guter Letzt im Vertrauen: Die Menschheit hat außer dem künstlerischen Bild nichts uneigennützig erfunden, und vielleicht besteht tatsächlich der Sinn der menschlichen Existenz in der Erschaffung von Werken der Kunst, im künstlerischen Akt, der zweckfrei und uneigennützig ist. Vielleicht zeigt sich gerade darin, daß wir nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden. „
- Andrej Tarkowkij, Die versiegelte Zeit.

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The Stars My Destination

In Allgemeines on 14. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Gully Foyle is my name
And Terra is my nation
Deep space is my dwelling place
And death’s my destination.

Manchmal erwischt es mich schon bei den ersten Seiten. Dann ist es beinah egal, was danach kommt. Ich bin gespannt und lass mich überraschen.

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Buchstaben bilden Worte bilden Sätze

In Unkatzegoriert on 5. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Die politische Philosophie Alain Badious – ein Überblick bei Telepolis
Comic-Helden auf den Weltmeeren – Sehr schön, ebenfalls Telepolis, Zufall?
Brecht und Godard – Meckerei über Commentary Tracks im Bright Lights-Blog
Verhaftet wegen eines ‘Tom Cruise Missile‘-Witzes – Huh? Bei Slashdot

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Autonome Gewalt – die ohne Hasskappe

In Allgemeines on 4. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

In der Zeit heute Morgen ein sehr interessanter Artikel von Ulrich Greiner. Ohne stümperhaft wiedergegebene Medienrezeptionsstudien macht er einen sehr interessanten Punkt auf: welche Rolle spielt die Motivation hinter Gewalttaten? Und wie hängt diese mit den tatsächlich verübten Taten zusammen? Denn die seien immer öfter nicht mehr allein durch ihre Beweggründe zu rechtfertigen. Greiner holt dabei weit aus und macht einen imho unnötigen Umweg über die Literatur- und Religionsgeschichte. Der wichtige Aspekt wird aber auch ohne klar: Gewalt besitze im Punkt ihrer Ausübung auch immer eine aus der Gewalt selbst hervorgehende Dimension der Rechtfertigung:

Welch scheinbaren oder wirklichen Grund auch immer eine Mordtat haben mag: Im Augenblick der Wiederholung ist er aufgehoben, die Gewalt wird zum Selbstzweck. Sutterlüty sagt, die Tat folge nun Motiven, »die aus der Erfahrung der Gewaltausübung selbst hervorgehen und keiner situationsexternen Ziele und Zwecke mehr bedürfen«. Die Gewalt nährt sich von sich selbst, sie wird autonom, und hier bildet sich die schwankende und verführerische Brücke zur Ästhetik, die ja ihrerseits Anspruch auf Autonomie erhebt.

Vergleichen könnte man das vielleicht mit den trance-artigen Zuständen, die Hochleistungssportler erreichen; oder auch den kollektiv-überhöhten Erfahrungen der Massenbegeisterung. Das Alles-um-sich-herum-Vergessen bei einem Konzert könnte ein ähnlicher Zustand sein wie die erlebte Autonomie der Gewalt, wenn man sich denn in der Täterrolle befindet.

Auf diesen Gedanken basierend, müssten wir diese Autonomie auch in ästhetisierten Formen wieder finden, in Filmen und Spielen. Eine Verherrlichung von Gewalt durch die Fixierung auf die ihr eigene autonome Dimension. Und hier stellt sich die Frage, an der sich Greiner dann auch messen muss: Gewiss ist die dunkle Seite der Menschen faszinierend und gewiss gibt es Momente der Konfrontation, in denen die Gewalt zum Selbstzweck wird. Aber kann da ein Verbot helfen, oder zumindest die soziale Intelligenz der Menschen für solche Grenzsituationen schärfen?

Die einfache Antwort würde Ja lauten; aber wie so oft im Leben kriegt man nichts geschenkt und nichts ist umsonst. Meiner Meinung nach ist es der falsche Weg, diese medial übermittelten Erfahrungen von Gewalt (meist in der Form ihrer Ausübung) zu verbannen. Denn das ist der erste Schritt zur Tabuisierung dieser Elemente innerhalb des sozialen Gefüges namens Kultur – und damit auch dem Denken der Akteure. Und wir stehen bald an einem Punkt, an dem wir nicht mehr fähig sind, rational und mit der angebrachten ethischen Konsequenz* mit Gewalttaten umgehen können – wir ratlos und verwundert unsere Gesellschaft zusammenfallen sehen.

Vielmehr müssen wir in der Lage sein, diese Momente autonomer Erfahrung zu erkennen und auch vernünftig damit umgehen zu können. Der Moment der Reflexion über das eigene Tun – sei es nun beim fanatischen Kreischen bei Tokio Hotel oder dem Malträtieren eines Obdachlosen – sollte vorhanden sein. Und diese Fähigkeit, sich selbst und seine Aktionen und Reaktionen zu verorten, kommt nicht von alleine. Sie muss gelehrt und vermittelt werden. Damit gewinnen wir dann auch die Fähigkeit, medial dargestellte und inszenierte Formen der Gewalt in einem anderen Kontext zu sehen. Einem Kontext, der uns ermöglicht, diese in Relation zu unserem eigenen Denken und Handeln zu verarbeiten. Soll heißen, mit einen entsprechenden Handwerkszeug ausgestattet ist es uns möglich, nicht nur mediale Gewalt als abstrakte Form der Ästhetisierung zu begreifen, sondern auch positiv für uns zu nutzen – eine Art interner Katalysator, wenn man so will.

Und wie passend, gerade laufen die Misfits mit Last Caress.

* Mit ethischer Konsequenz ist hier keineswegs eine Beschränkung auf einzelne Faktoren des Sozialsystems (wie zum Beispiel das Strafrecht) gemeint, sondern eine möglichst universale Perspektive, die allen Motiven und Gründen die entsprechende Aufmerksamkeit schenkt.

P.S. Ein ähnliches Thema hat heute auch Heise. Ich würde das aber noch mehr auf allgemeine Medien- und Sozialkompetenz ausweiten.

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Fell (Warren Ellis)

In Unkatzegoriert on 29. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

fell_01_cover.jpgRichard Fell, der namensgebende Protagonist, wird in den verfallenden Bezirk Snowtown versetzt und muss sich dort als einer von dreieinhalb Detectives dem Unrat und Verderben dieses düsteren Bezirks stellen. Und bekommt es schon in den ersten drei Ausgaben mit Einläufen, toten Embryos und Selbstmordbombern zu tun.

Mit Fell hat Warren Ellis, in Zusammenarbeit mit Ben Templesmith, Ende 2005 ein Experiment mit einer neuen Form der seriellen Publikation von Comics gewagt. Anstatt den üblichen Splashpages oder Werbeanzeigen gibt es in den 24 Seiten von Fell 16 Seiten Story, durchschnittlich mit 9 Panels per Seite, was den einzelnen Episoden eine sehr geschlossene Struktur gibt. Kein Platz für überflüssige Spielereien, es steht alles im Dienst der Geschichten. Auch der Ansatz dahinter verdient Respekt, den im Wust der Endlosserien, die nur als Sammelband eine zufrieden stellende Geschichte liefern, ist Fell herausragend; denn jede Ausgabe kann auch für sich stehen. Ellis sagt dazu in einem Interview:

Why? Well, I don’t know about you, but I remember being poor. I remember the difference between (the local equivalent of) a dollar ninety-nine and three bucks being the difference between buying a comic or missing a meal. And for that purchase price, I wanted value — a complete experience that I’d want to replay again and again.

Umgesetzt wurde Fell von Ben Templesmith, dessen bekannteste Arbeit wohl 30 Days Of Night ist – von dem auch gerade eine Verfilmung unter der Aufsicht von Sam Raimi produziert wird. Seine bei aller Klarheit fast schon zitternden Linien und die wenigen Primärfarben ergeben – im Zusammenspiel mit den formalen Restriktionen der Geschichte – ein faszinierendes Zerrbild einer urbanen Realität. Ich bin begeistert, vor allem da auch Warren Ellis sich hier mit seiner doch manchmal recht graphischen Erzählweise sehr zurückhält. Und Fell gibts nicht nur billig, sondern auch noch online für umsonst. Zumindest die erste Ausgabe.

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Ein Superheld was er verspricht

In Unkatzegoriert on 27. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Gestern die ersten 3 Ausgaben von Troy Hickman’s Common Grounds gelesen. Jede Ausgabe besteht aus zwei oder mehreren Kurzgeschichten, die alle die namensgebende Coffeeshop-Kette als Handlungsort haben. Common Grounds ist nämlich der Ort, an dem Superhelden – und ihre Feinde – abhängen und sich Kaffee und Donuts gönnen. Eine nette Idee, die auch in den Stories weiter ausgestaltet wird, denn hauptsächlich geht es um die ‘menschlichen’ Seiten des Superheldendaseins. Mal mehr ernsthaft, mal eher ironisch. Man könnte Common Grounds in der Tradition des dekonstruktivistischen Superheldencomics sehen; wie es Alan Moore Ende der 80er oder auch Kurt Busiek in einigen Astro City-Episoden gemacht haben: mit den Konventionen gebrochen und dadurch das Emotionale in den Mittelpunkt gerückt. Wobei bei Common Grounds immer eine ironische Note mitschwingt.

Überschattet wird das alles – zumindest für mich – von einem der lustigsten Superhelden aller Zeiten. Der hat in Ausgabe 3 von Common Grounds leider nur einen kurzen Auftritt, aber ich würde liebend gern mehr von ihm sehen. Und zwar – jetzt kommt die spannungssteigernde Hinleitung – fährt er einen VW Beetle, hat dementsprechend auch die Initialen VW auf seiner Brust, mit einem an die Front montierten Stiergeweih. Dazu passend der Helm auf dem Kopf, ebenfalls mit Stiergeweih. Gekrönt wird das Ganze von seinem Namen, einem Wortspiel so einfach und gleichzeitig so lächerlich, das zwei im Deutschen nicht ganz unbelastete Begriffe miteinander verbindet: Volkswagner!

Für Common Grounds sei hiermit eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Und der Auftritt von Volkswagner hier in kompletter Länge:

volkwagner.jpg

Was mich noch brennend interessiert sind seine Superkräfte. Vorschläge sind erwünscht :) Und wer noch nicht genug hat, kann hier noch mehr bizarre Helden begutachten. Tchus!

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Sliders

In Allgemeines on 24. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Wenn Sie eine Münze werfen, werfen Sie die in unendlich vielen Universen, die identisch sind, dazu noch in ein paar anderen. Konzentrieren wir uns für dieses Beispiel auf die identischen: Sie teilen sich in zwei Gruppen auf, die sich unterschiedlich entwickeln, entsprechend den zwei möglichen Ergebnissen Kopf oder Zahl. Jede Gruppe enthält immer noch unendlich viele Universen.

Das bedeutet, irgendwo bin ich wirklich ein verdammt cooler Hund. Vielleicht. Vielleicht schon hier und jetzt. You’ll never know. Gelesen hier.

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Den wunden Punk getroffen

In Unkatzegoriert on 24. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Manchmal frage ich mich, warum ich bestimmte Dinge so mache, wie ich sie mache. Und warum ich denke, wie ich denke. Und ob es nicht einfacher wäre; einfach weniger denken, mehr Leute weniger dumm finden. Sorgenfrei leben und Allianz versichert. Nicht an den eigenen Idealen scheitern, da eh keine da sind. Aber zum Glück findet sich immer wieder etwas, das mich zum Weitermachen bringt. Heute war es Wil Wheaton. Der Grund. In zwei Sätzen. Hier. Danke.

Everything we do matters. Everything we do ripples.

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Communication Breakdown

In Allgemeines on 23. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Im Büro komische Parallelen: heute morgen ging eine falsche Newsmeldung ins firmenweite Intranet. Grund war eine Mischung aus Versehen, Unwissenheit und unklaren Regelungen. Nichts schlimmes passiert, man ist ja daran gewöhnt, das in Organisationen einer bestimmten Größe die Abläufe nicht mehr zu durchschauen sind – mit dem Sprichwort mit der linken und rechten Hand brauch ich da gar nicht zu kommen. Also Rückruf gestartet, die richtig gestellten Informationen veröffentlicht und gut wars, Fehler behoben.

Fünf Minuten später bei Toby Ward diesen Eintrag gelesen; in Malaysia ist wohl die maximierte Version eines solchen Fehlers passiert – und zwar dem Wissenschaftsministerium. Nur ging da über das interne Netz eine falsche Erdbebenwarnung nach außen, die auch von lokalen Medien weiterverbreitet wurde. Peinlich, um nicht zu sagen beinahe gefährlich. Ich war nur froh, nicht dafür verantwortlich zu sein. Und der Song von Led Zeppelin kam mir in den Sinn; passend?

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Christmas in August Remake

In Allgemeines on 22. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

christmas_in_august_small.jpgEiner meiner liebsten Filme aus Südkorea ist der fantastisch leise Christmas in August. Obwohl ich ihn nur auf einer blockigen VideoCD gesehen habe, ist das einer der wenigen Filme, die es schaffen mit nur minimalen Mitteln am meisten Wirkung zu erzielen. Mich hat er zum Weinen gebracht, ob der vielen verpassten (oder doch vielleicht bewusst erfahrenen?) Momente, die jedes Leben für einen bereithält. Nun kommt am 27. Januar ein japanisches Remake in die dortigen Kinos. Mehr hier.

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15 Minuten bis zur Tagesschau

In Allgemeines on 21. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,

Es ist 19.47 Uhr genau. Nicht mehr ganz 15 Minuten, aber einiges muss noch raus, da zu interessant zum Liegenlassen. Bei Wired gibts einen sehr interessanten Artikel über Ian Bogost, der auch ein tolles Statement über Videospiele abgibt:

I think they need to be given the opportunity to bother and disturb us.

Und damit hat er Recht. Das neue Wired-Design ist übrigens sehr gut geworden. Schlicht und jede Menge Weiß, sehr angenehm zu lesen.

Und weil Viele es immer noch nicht gemerkt haben: es gibt keinen Gott. Und auch sonst nichts. Nur das was wir mit unseren Sinnen erfassen und beschreiben können. Deshalb The Root of All Evil von Richard Dawkins lauschen und zusehen. Beiden Teilen, bitte.

19.59 Uhr jetzt. Schluss. Es ist Zeit für Spießernachrichten.