
In Unkatzegoriert on 28. November 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Hund, Namen
Andere Namen für den alten Hund, die im vergehenden Jahr vorgeschlagen wurden und von denen sich bisher mehr oder weniger leider keiner so richtig durchsetzen konnte, waren unter anderem: Schlafsack, Klöter (eine Synthese von Köter und Klöten), Wichswurst, Herr Fienzke, Erdnussflip, Schlurch und seit neuestem auch Wurstrakete. Nähere Umstände der Herleitung, vor allem des letzteren Namens, seien dem Leser an dieser Stelle erspart.
Es muss ja schließlich nicht alles breitgetreten werden.

In Unkatzegoriert on 12. August 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Freundin, Hund, Vergleichsmaßstäbe
Die Freundin sagt manchmal, während sie den speckbackigen Hund betrachtet, der wie eine zufriedene Made in seinem Körbchen vor sich hin schnarcht, dass sie gerne ein Hund wäre. Darauf antworte ich dann meistens, dass sie das nur aus der Perspektive ihres Menschseins so sagen könne. Weil, denke ich mir dann immer, wenn sie ein Hund wäre, dann hätte sie ja gar keine Ahnung davon, wie es wäre ein Mensch zu sein. Das kann man jetzt gerne Binsenweisheit nennen.
So als persönlicher Kommentar hierzu passt es aber.

In Unkatzegoriert on 21. Juli 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: FDP, Hund, Money makes Money
Ein erfolgreicher Spaziergang mit dem Hund hat drei tragende Komponenten. Da wäre erstens die obligatorische Begegnung mit einem größeren Exemplar dieser Haustierspezies, welches, sofern männlich, sofort von der Seite angemacht wird. Das ist immer ein tolles Bild, als ob ein schlanker Danny DeVito sich einen dieser übergestählten 150-Kilo-Wrestler vornehmen wollte. Die zweite Komponente ist zurückgelassenes Fresswerk. Erst als Hundebesitzer wird einem klar, in welchen Mengen die urbane Bevölkerung ihre Nahrung in Büschen und an Straßenrändern zurücklässt. Und wenn Hundeaugen immer die Frage ‘Isst du das noch?’ stellen, dann ist der abendliche Auslauf sowas wie ein Schlemmerbuffet. Auch wenn nach dem Genuss eines Restdöners mit Scharf gerne mal eine gute halbe Stunde lang gehustet wird. Das Herrchen schwankt dann immer zwischen Mitleid und, bei der letzten Komponente, durchaus amüsierter Befriedigung. Denn zu guter Allerletzt wird, nicht immer, aber wenn dann richtig, noch herzhaft in den Hauseingang der örtlichen FDP-Zentrale gestrullt.
Zur Verteidigung: Der Vehemenz dieser unlauteren Tat und der vorhergehenden Schnüffelattacke – Hey, ein unbeabsichtigtes Wortspiel – nach zu urteilen, müssen das alle Hunde in der Nachbarschaft so machen. Was wiederum zur FDP passen würde, da scheißen auch alle auf den größten Haufen, zumindest wenn man nach der englischen Übersetzung dieses blumigen Idioms geht.

In Unkatzegoriert on 13. April 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Beissen, Bellen, chapeau, cui bono, Diskussionskultur, echauffieren, Hund, justiziable, Medial & Mehr, Militärische Metaphern, Pawlow, Politisch Korrekt ist auch gut so, Rhetorik, Sprengsatz, Stilmittel, Sturmgeschütz, Synekdoche, Wortspiele
Beliebte rhetorische Mittel – die ich zugegebenermaßen auch selber gern verwende, ein bisschen scheiße ist nun mal jeder – mit denen man sich aber eigentlich sofort ins Abseits manövriert, sind folgende:
Der Vorwurf an die verschiedene Vertreter konträrer Positionen, wie pawlowsche Hunde beim kleinsten Gebimmel zu bellen. Wird dies zusätzlich noch mit einer Variation des allseits bekannten Sprichworts, dass getroffene Hunde bellen, garniert, dann ist man längst jenseits aller erreichbarer Diskussionskultur.
Das Brechen vermeintlich politisch korrekter Regeln ohne argumentative Begründung, Kunstabsicht oder integrativen Impuls. Passiert meistens am Stammtisch – wer als letztes kommt zahlt die nächste Runde Menschenverachtung – und sollte da auch bleiben. Auch wenn es da schon kaum zu ertragen ist, kann man sich wenigstens noch damit beruhigen, nicht mit am Tisch zu sitzen.
Die Verwendung militärischer Metaphern und Analogien. Wenn im Feuilleton oder anderswo irgendein Blödarsch einen ‘Sprengsatz zündet’ oder irgendwas als ‘Sturmgeschütz’ bezeichnet, dann ist das vielleicht sein gutes Recht, es muss aber nicht daran anknüpfbar oder überhaupt argumentativ untermauert sein. Komischerweise geht das meistens einher mit einem Gültigkeitsanspruch, der nur der eigenen Meinung verliehen wird. Logisch, es ist ja schließlich Krieg.
Auch noch erwähnenswert: Wichtigkeit suggerierende Vokabeln wie echauffieren, justiziabel, cui bono und Chapeau. Nicht zu vergessen auch die synekdochische Verallgemeinerung einer Vielzahl von ausdifferenzierten Personengruppen. Letzteres ist besonders traurig und lässt nur die exemplarische Schlussfolgerung zu, das man selber auch nicht anders betrachtet werden möchte.
Bevor jemand fragt: Damit sind all jene gemeint, die meinen, damit nicht gemeint zu sein. Einzige Ausnahme sind die, die wirklich nicht damit gemeint sind.

In Allgemeines on 11. Mai 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Grrrfffz, Hund, Na Danke!
Der Hund hat gerade einen Feuersalamander verspeist. Zumindest vermute ich das, da ich nur ein schwarz glänzendes Amphibienpfötchen mit gelben Flecken in seinem gierigen Rachen verschwinden sah. Das stand nie in diesen Heftchen; das dutzende Abenteuer so traurig enden würden. Von einem – zumindest im Vergleich – überdimensionalen Monster verschlungen. Vom Antlitz der Welt gewischt. Oder eher verputzt.
Alles was übrig blieb waren ein Paar kleine Lederschühchen, zerkaut und angesabbert, die Hinterlassenschaft einer Legende. In einem Gebüsch am Wegesrand liegend. Ein Mahnfeuer für die Vergänglichkeit des Lebens, sichtbar für jeden verirrten Wanderer, der zufällig darauf stossen sollte.
Was Hopps, Mäusepiep, Piping, Unkerich und Igelmann jetzt wohl alleine machen werden? Nun, da Lurchi tot ist?

In Allgemeines on 21. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Grrrfffz, Hund, Na Danke!
Die Freundin und ich waren gerade auf dem Weg zum Supermarkt. Danach wollten wir das Auto wieder holen – das war da noch abgestellt – und vorm Haus abparken. Nach 15 Minuten am Lebensmitteldiscounter angekommen. Um die Ecke die Sparkasse. Kein Geld in der Tasche, also noch schnell was aus der Wand geholt. Falsch gedacht.
Gerade eben hat der Hund, vor mir unter dem Schreibtisch, noch einen penetranten Wind abgelassen, nur so nebenbei.
Aber zurück zum ersten Hindernis dieses Abends: der Geldautomat war versteckt. Zu gut versteckt als das wir ihn hätten finden können. Genauer gesagt war er gar nicht mehr vorhanden. Gewundert – und erst dann festgestellt, das die gesamte Eingangstüre mit einem Plakat beklebt war, welches uns darauf hinwies, dass wir die Dienste der Sparkasse ab sofort in einer anderen Filiale in Anspruch nehmen konnten. Aber kein Problem, mit EC-Karte kann man auch zahlen. Falsch gedacht.
Zweites Hindernis: an der Kasse bat mich der freundliche Kassierer um Eingabe meiner PIN. Die ich in diesem Moment nicht mehr wusste, ich war komplett blank. Und mir fiel ums Verrecken nur die Handy-PIN ein. Schönen Dank auch. Zum Glück konnte ich dann mit Personalausweis und Unterschrift bezahlen. Der senile alte Mann.
Dann aber auf den Heimweg, nach 5 Minuten fiel mir die PIN wieder ein. Wäre auch noch besser gewesen, wenn ich deswegen eine Neue hätte beantragen müssen. Die Freundin und ich haben uns dann noch über die eigene Dummheit köstlich amüsiert. Bis wir merkten, dass wir eigentlich noch das Auto holen wollten. Verdammt.
Aber jetzt ist alles gut. Der Höllenwind des Hundes verflüchtigt sich auch langsam und der Abend verspricht ruhig zu werden. Ich bin definitiv zu alt für diesen Scheiß. Merke ich immer wieder.

In Unkatzegoriert on 14. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Dyson, Grrrfffz, Hund, Namen
Wo wir hier gerade bei Namen sind: die Freundin kam gerade vom Gassigehen und erzählte, sie hätte unterwegs einen anderen Hundehalter getroffen. Allerdings nicht mit einer Fußhupenausführung, sondern jemand mit einem ausgewachsenen Rottweiler. Den hat er mit dem Namen Dyson gerufen. Nun könnte man aufgrund der fränkischen Ausspracheverfälschung annehmen, der Hund würde eigentlich Tyson heißen. Und damit dem Hundehalter jedes schlimme Klischee über Kampfhundebesitzer unterstellen.
Aber vielleicht ist der gute Mann ja ein sehr begabter Physiker, und wollte damit nur seine Bewunderung für den Erfinder der Dyson-Sphäre ausdrücken. Dann würde unsere Wahrnehmung von ihm ins Leere laufen.
Auf Nachfrage sagte die Freundin gerade noch, das wäre eher unwahrscheinlich, da er seine Befehle an den Rottweiler mit einem Ich schwör dir! ergänzte. So kanns gehen.

In Allgemeines on 3. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Grrrfffz, Hund, Na Danke!
Ich überlege, den Hund ab sofort Franz Josef zu rufen. Seitdem er eine läufige Hündin gerochen hat (vor 3 Tagen!) ist er auch nur noch auf das Eine fixiert. Die Freundin sagt, er hätte beim Gassigehen fast schon eine Pinscherdame bestiegen. Hat aber nicht geklappt. Und mir raubt er mit dem andauernden Gewinsel und Heulen den letzten Nerv. Kaum auszuhalten – wie Franz Josef Wagner auch.

In Allgemeines on 22. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Alltag, Grrrfffz, Hund, Knochen, Na Danke!, Satire
Nach wochenlanger Ankündigung meinerseits ist es heute passiert. Bis dato konnte ich die Klippen in der Wohnung noch gut umschiffen. Heute aber ein Moment der Unachtsamkeit, ein Moment, in dem ich keine Vorsicht walten ließ, mich ganz der Sicherheit und Behaglichkeit der Wohnung hingab.
Und prompt in den angesabberten – drei Tage alten – Kauknochen des Hundes trat. Barfuss. Ohne Schutz an den Füßen, den mich überflutenden Sinneseindrücken ausgeliefert. Brrr. Treuherziges Fluchen half nur wenig bei dem Blick. Ab sofort kriegt der Hund seine tägliche Ration mit dem Strohhalm eingeflößt, mal sehen ob ich das durchsetzen kann.