Getaggt mit Klimawandel

Vom Sägen der Krise

Matthias Horx reanimiert das Grönland-Argument und hat zweifliegenklappig natürlich auch die Finanzkrise schon seit Ewigkeiten vorhergesehen. Dass er bei dieser nur im Plural spricht ist verständlich, denn er selber kann es ja nicht gewesen sein. Oder warum liefert die Suche danach auf den Seiten des Horx’schen Zukunftsinstitutes bemerkenswerte Ergebnisse?

Ich frage mich nur eines: Warum wird dieser Mann nicht fürs Maulhalten bezahlt.

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Sag mir wo Du stehst

Schon länger her: Da hatte ich mich an anderer Stelle schon mal gewundert, was denn der Zusammenhang zwischen dem Negieren eines menschlichen Einflusses auf das Klima und der auffallenden Verortung solcher Personen in einem bestimmten politischen Spektrum sein könnte. Über mehr als ein Fragezeichen – welches bei der Beschäftigung mit scheinbar rationaler Rhetorik, die letzten Endes aber immer ins Irrationale driftet, früher oder später wie die Hand Gottes über einem erscheint – bin ich da allerdings kaum hinausgekommen.

Andere sind bei der Beantwortung dieser Frage schon um einiges weiter [via].

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Matthias Horx ist der lebende Beweis dafür, dass auch ohne abgeschlossenes Studium so einiges geht

Steht da wirklich in seinem Profil als FOCUS-CAMPUS-Tutor, und deswegen tritt der gute Mann wahrscheinlich auch bei den ‘Erfolgsmacher’-Seminaren des Focus auf. Aber Scherz beiseite, was der Matthias Horx der Welt da wieder erzählt [via], darf nicht unterschlagen bleiben. Man könnte ja sonst – hier, hier und hier – auf den Gedanken kommen, dass Zukunftsforschung wirklich etwas zu sagen hätte.

Ich denke, dass lebenslange Bildungsbio­grafien entstehen werden, in denen immer mehr Menschen auf Univer­si­täten gehen. Nicht nur in der Ju­gend, sondern auch pha­sen­weise im Alter.

Für diese Einsicht muss der Herr Horx lange geforscht haben. Nun ja, vielleicht hat er auch nur beim statistischen Bundesamt angerufen und nett gefragt, was denn die aktuellen Statistiken sagen. Die sind da recht freundlich und hilfsbereit und haben ihm auf seine eventuelle Anfrage vielleicht mitgeteilt, dass er sich da das und das mal ansehen solle. Hat er dann vielleicht getan und sich gefragt, ob das denn so weitergehen würde und ob man da nicht was drüber schreiben könnte, man darf sich ja nicht rar machen auf dem Büchermarkt. Und Zukunft geht immer, Vergangenheit dagegen kann man keinem verkaufen.

Ich begreife Zukunftsforschung als uni­versalistische Wissenschaft, in der sich Wirtschaftswissenschaft, Sys­­­­temtheorie, Soziologie, Evolu­tions­bio­­logie und noch 15 andere Disziplinen vereinen (…) Allerdings ist mein Ansatz universeller und interdisziplinärer. Und auch riskanter, weil ich mich nicht so sehr auf eine akademische Disziplin beziehe.

Wenn er damit eigentlich meinen sollte, dass er auf die wissenschaftliche Grundlage und Absicherung seiner Thesen verzichtet, um stattdessen mit wissenschaftlich klingendem Duktus vorzutragen, dass alles gut werde und wir nur endlich mal diesen deutschen Jammer-Pessimismus ablegen sollten, dann, ja dann würde ich ihm beipflichten. Meint er aber wahrscheinlich nicht, und das ist suboptimal, wie ein kleiner Teil meines Freundeskreises sagen würde.

Aber mal abseits aller Polemik: Vielleicht bin ich auch das falsche Zielpublikum für sowas, nicht umsonst habe ich angehende Führungskräfte schon schlimmeren Unsinn goutieren sehen. Kotzende Pferde sind ein Dreck dagegen. Echt jetzt.

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