Es wird langsam Zeit, einen Begriff für den seltsamen Gesichtsausdruck, den Fernsehjournalisten aufsetzen, wenn sie mit einer Mischung aus automatisierter Betroffenheit und heischender Aufgeregtheit mit den neuesten Meldungen nüchtern gehen. Ein begleitendes Merkmal ist das Verhältnis von Gesagtem und dem, was es zu sagen gäbe; das Letztere ist meistens mit einem Minimum an Worten zu sagen, nur konkret wird dies selten.
Fakten hoch drei sind eben nicht nur aus dem Munde von Helmut Markwort uneingelöste Versprechen. Ich warte immer noch auf den Moment, in dem der Außenreporter, gebeutelt vom vorhergehenden Überschwang an vermeintlichen und daherspekulierten Tatsachen, auf die Frage, was es denn vor Ort Neues gäbe, mit einem einfachen ‘Nichts’ antwortet.
Aber zurück zu den Fernsehjournalisten: Besonders deutlich wird deren Beziehung zur Realität, wenn sie ohne vorformulierte Skripte etwas sagen müssen, etwa bei Eilmeldungen oder – es bringt nichts, das Kind nicht beim Namen zu nennen – Amokläufen.
Ich denke, Gefühlsflexibilität wäre da ein passender Begriff.