Mit ‘Medien’ verschlagwortete Einträge

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Dramatische Szenen

In Unkatzegoriert on 11. März 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Es wird langsam Zeit, einen Begriff für den seltsamen Gesichtsausdruck, den Fernsehjournalisten aufsetzen, wenn sie mit einer Mischung aus automatisierter Betroffenheit und heischender Aufgeregtheit mit den neuesten Meldungen nüchtern gehen. Ein begleitendes Merkmal ist das Verhältnis von Gesagtem und dem, was es zu sagen gäbe; das Letztere ist meistens mit einem Minimum an Worten zu sagen, nur konkret wird dies selten.

Fakten hoch drei sind eben nicht nur aus dem Munde von Helmut Markwort uneingelöste Versprechen. Ich warte immer noch auf den Moment, in dem der Außenreporter, gebeutelt vom vorhergehenden Überschwang an vermeintlichen und daherspekulierten Tatsachen, auf die Frage, was es denn vor Ort Neues gäbe, mit einem einfachen ‘Nichts’ antwortet.

Aber zurück zu den Fernsehjournalisten: Besonders deutlich wird deren Beziehung zur Realität, wenn sie ohne vorformulierte Skripte etwas sagen müssen, etwa bei Eilmeldungen oder – es bringt nichts, das Kind nicht beim Namen zu nennen – Amokläufen.

Ich denke, Gefühlsflexibilität wäre da ein passender Begriff.

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Expertenwissen buchstabiert sich…

In Unkatzegoriert on 8. Februar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Schon der olle Luhmann sagte, dass die Wirklichkeit gar nicht zu erfassen wäre. Nur medial konstruiert, in die Raster der Öffentlichkeit gepresst und als vermeintliche Realität internalisiert könne man dieser Wirklichkeit, zumindest als Konzept gibt es sie ja, näher kommen.

Selten wird das so offensichtlich wie hier ab 5:25 [via].

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It’s Kerry King in a lab coat! Run!

In Unkatzegoriert on 8. Januar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Es gibt immer eine Person, die, sollte in kleinerem oder größerem Kreise eine humoristische Anekdote oder gar eine Zote erzählt werden, die Pointe erst nach verklungenem Gelächter, etlichem Nachfragen und bemühter Rekonstruktion dessen, was daran eigentlich komisch war versteht. Der Anfang einer solchen humoristischen Anekdote könnte in etwa so lauten:

Zum Weihnachtsfest bekam ich ein Abonnement der Zeit geschenkt, von der heute auch das erste Exemplar eintrudelte, zwar einige Stunden später als erwartet und nicht im dafür vorgesehen Briefkasten, aber dennoch. Beim Durchblättern sprang mir auch gleich ein kurzer Artikel, nein, ein Interview ins Auge. Und die Pointe? Nun, die könnte diesen Wortlaut haben.

Gute Witze sollten eben alle Jahre wieder erzählt werden.

Ich weiß nur nicht ob der wirklich komisch ist.

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In der Sprachkolonie

In Unkatzegoriert on 14. August 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Alle reden über Franz Kafka und sein pornographisches Vermächtnis. Worüber alle nicht reden, es sich aber durchaus lohnen könnte, mal darüber geredet zu haben: Heiner Lauterbach und sein wertvoller filmischer Nachlass, Markus Lanz und sein charismatisches Auftreten, Palmer Eldritch und seine drei Stigmata, Roland Koch und sein schlechtes Gewissen, Johannes Heesters und die Würde des Alters.

Oder auch: die Angst des Feuilletonisten vor einer leeren Seite.

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Buchladeninterface

In Unkatzegoriert on 5. Juli 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Jedes Medium bildet die Welt ab. Das kann man Repräsentation nennen – einfach gesagt die Verwendung von und Bezugnahme auf symbolische Zeichen und Zusammenhänge, eine Nachahmung der Welt, wenn man so sagen will. Ein Bild eines Gegenstandes mag vielleicht auf die Bedeutung und gewisse Eigenschaften dieses Gegenstandes verweisen, hat aber nichts mit diesem Gegenstand an sich zu tun. Wer sich in seiner Jugend nur mit Abbildungen des anderen oder eigenen Geschlechts begnügen durfte, weil immer nur die Dummen jemand abkriegten, der kann davon wahrscheinlich ein Lied singen. Oder Pfeife rauchen.

Nun gibt es allerdings auch mediale Formen, die etwas mehr die Grenzen reiner Repräsentation überschreiten und zumindest zu so etwas wie einer Simulation wirklicher – im Sinne unvermittelter körperlicher Erfahrungen – Welt in der Lage sind. Ob jetzt dieser Buchladen [via] da nun allerdings dazugehört, das kann ich nicht sagen, vielleicht ist der immer noch zu sehr in den repräsentativen Grenzen des Mediums – in meiner Hand findet sich immer noch eine Computermaus, kein Buch aus dem Regal – verhaftet, um mehr zu sein als Pixel auf meinem Monitor.

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Sonnensystemtheoretisch

In Unkatzegoriert on 3. Juli 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , ,

Es gibt eine gängige, oft auch in dieser Form beobachtbare Selektivität bei der Auswahl der relevanten Nachrichten für bestimmte Bezugsgruppen, oder, wenn man beispielsweise eine mediale Publikation betreibt, deren Ort in der Medienlandschaft erstmal egal ist, für ein bestimmtes Publikum. Diese Einengung und Auswahl von Nachrichten – und entsprechend auch Nachrichtenquellen – ist der erste Schritt der Konstruktion und Reproduktion eines internen Weltbildes dieser Bezugsgruppe, und das ist in diesem Fall völlig neutral gemeint, denn ohne Selektivität oder verwandte Funktionen könnte keine Instanz (nicht die juristische, hier passt eher der Instanzbegriff, wie er in der Informatik zu finden ist) der Welterfahrung stattfinden. Denn mit einer komplett ungefilterten Wahrnehmung bewegt man sich leicht in den Bereichen, die, berechtigt oder nicht, als Krankheit angesehen werden. Aber das soll nicht das Thema sein.

Ein Medium, welches mit seinen Inhalten eine bestimmte Gruppe bedient, kann nur immer das kommunizieren, was je nach Publikumsstruktur, Reichweite und geschichtlicher und sozialer Position auch angenommen werden kann. Das dabei eigentlich alles – auch explizit Themen, die dem eigenen Zusammenhang nicht unbedingt nahe stehen – als potentielle Quelle einer Nachricht und des Nachrichteninhalts herhalten kann, gehört ebenso dazu wie der Schnaps zum Herrengedeck. Niklas Luhmann hat in der Realität der Massenmedien dies, und das beinhaltet auch schon den zweiten Schritt der Konstruktion und Reproduktion eines gruppenspezifischen Weltbildes, als Universalzuständigkeit für die eigene Funktion bezeichnet. Man deckt alles ab, kann es aber nur innerhalb der Grenzen, die dem eigenen Operieren gesetzt sind, tun. Im ersten Schritt die Selektion, in Form der Frage ob etwas als Nachricht für das eigene Publikum interessant ist, und im zweiten Schritt die Integration dieser Nachricht in die eigene Konstruktion der Welt.

Ein kleiner Einwurf: Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, das damit jedem noch so hirngespinstigen Weltbild Tür und Tor offen steht, ist dem nicht so. Denn die Grenze unserer Erkenntnis ist die Grenze dessen, was wir in einem anerkannt nachvollziehbaren – und damit auch wiederholbarem, falsifizerbarem, logischem, sprich: wissenschaftlichem – Kontext beobachten können. Und sorry, deine Theorie über internationale Klimaverschwörungen, Selbstheilung durch Handauflegen oder Nazi-Flugscheiben aus dem Weltall gehört nicht dazu.

Zurück aber zur Selektivität und Aufbereitung, den zwei Schritten, die für das anvisierte Publikum als Motivation fungieren, eine Nachricht in den eigenen Welthorizont zu integrieren. Da gibt es ein sehr schönes aktuelles Beispiel, das gerade die Runde durch die Medienlandschaft macht: Die Beobachtung, dass das Sonnensystem, oder besser die durch das Zusammentreffen von Sonnenwind und interstellarer Materie definierte Heliosphäre asymmetrisch sei, Dellen aufweise und zudem auch stark oszilliere. So weit so gut, Weltraumforscher werden sich immer über neue Daten freuen und ihre Modelle dementsprechend modifizieren, nehme ich an. Aber betrachten wir mal die Aufbereitung dieses Ereignisses in anderen Medien, die nicht die Wissenschaftlergemeinschaft als Publikum haben: Ein Problem, das immer auftreten kann, ist die Übersetzung wissenschaftlicher Rhetorik in eine allgemein, oder zumindest für andere Publika verständliche Sprache, denn eines darf man bei der Kommunikation nicht sein: unverständlich. Das wird aber bei Wissenschaft.de, die offenbar die Pressemitteilung von ddp wiedergeben, elegant gelöst. In aller Kürze zwar, aber trotzdem mit genügend Hintergrundinformationen, um von jedem, auch wenn er vielleicht erst einige Grundbegriffe aus der Schulzeit wieder nachschlagen muss, verstanden zu werden. Dabei fällt vor allem die fast schon rohe Faktitzität der Formulierung auf, was aber nicht verwunderlich ist, da eine Pressemitteilung das verbindende Element zwischen Nachrichtenanbieter und Nachrichtenverbreiter ist.

Die mediale Aufbereitung einer Nachricht ist dann, nach der Auswahl, auch der springende Punkt, an dem sich erkennen lässt, wie und an welches Publikum kommuniziert wird und was letzten Endes für ein Weltbild dahintersteht. Vor allem bei der Bezugnahme auf weitere publikumsinterne Kontexte kann diese deutlich werden, an der Auswahl der Anknüpfungspunkte, mit denen Bedeutung mit den Elementen des eigenen Horizonts verbunden wird. Der Artikel bei Telepolis ist in dieser Hinsicht noch relativ zahm und lädt wenig zu Kritik ein. Eine etwas umgangssprachlichere Aufbereitung der wissenschaftlichen Ergebnisse, zudem noch verschönt mit einer historischen Verortung der Ergebnisse: die Bezugnahme auf frühere Messdaten und deren Interpretation durch die Verlinkung eines älteren Artikels. Schöner kann man die Historizität von wissenschaftlichem Vorgehen – und auch die damit einhergehende stetige Verfeinerung wissenschaftlicher Erkenntnis – nicht darstellen. Auch wenn, das muss vor allem in Hinblick auf das letzte Beispiel erwähnt werden, das Aufgreifen vermeintlich ‘außerirdischer Freunde’ im Anrisstext nur unter dem Diktat der medialen Aufmerksamkeitsökonomie entschuldbar ist.

Ganz anders sieht es bei io9 aus, dem Tummelplatz für Nerds, an dem man neben den Schauwerten öfter auch intelligente Sachen über Science Fiction finden kann. Dort widmet man dieser Nachricht gerade mal den spärlichen ersten Absatz, um danach gleich in eine nur durch pure Ähnlichkeit mit einem fiktionalen Konzept legitimierte Fragestellerei abzudriften – die zudem auch schon in der Überschrift angelegt ist. Trotz der in der dortigen Formulierung sichtbar werdenden eigenen Erkenntnis, dass der Vergleich mit dem Roman A Fire Upon the Deep eventuell hinken könnte, da dessen Autor Vernor Vinge sein Konzept der technologischen Singularität – welches für sich schon ein auf ein extrem spezialisiertes Publikum abzielt, und außerhalb dessen kaum bekannt oder anerkannt ist – aus Gründen der einfacheren Darstellung auf einer räumlichen statt zeitlichen Anordnung entwirft, bleibt es bei nichts anderem als einem Analogieschluss zur Begründung der eigenen Sichtweise. Und natürlich auch der des Publikums, welches, um es böse auszudrücken, hinter jedem Roboter, der nicht beim Treppensteigen über die eigenen Beine fällt, unter lautem Jubelschreien das technologische Utopia vermutet. Wenn das so ist, dann rettet Krombacher auch den Regenwald.

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Ich bin nur neidisch, weil ich nicht selbst darauf gekommen bin

In Unkatzegoriert on 14. Juni 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Aller guten Dinge sind drei, sagen die Leute. Manchmal sind aber drei schon zwei zuviel, und beim ersten könnte man drüber diskutieren, ob das jetzt so wirklich notwendig gewesen wäre. Das trifft besonders auf Journalisten und deren eher saloppe Verwendung der deutschen Sprache zu. Denn nicht jede sich anbietende Wortartistik muss auch gleich in die Tat umgesetzt werden, auch wenn man es im Anreißer – der narrenfreien Zone – durchaus mal krachen lassen darf.

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Schlagzeilen

In Unkatzegoriert on 2. Juni 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Ich mag Schlagzeilen. Besonders mag ich Schlagzeilen, die ihr Thema in zwei Worten – das erste beschreibend, das zweite ein Hauptwort – anreißen, um dann nach einem schnellen Doppelpunkt erst zu eröffnen, um was es eigentlich geht. Beim Lesen, und da besonders wenn man es am Bildschirm macht, kann da allerdings manches durcheinander kommen. Einige Beispiele sollen im folgenden erwähnt werden.

Supernova Echoes: First glimpse of the Sober Dog. Camorra richtet Kundendaten: Mysteriöser Datenverlust. Bütiköfer-Nachfolge: München ist wieder eine Popstadt. Cool things to look at: SPD-Kampagne zur Bundestagswahl. False Prophets: Vorstände belasten sich gegenseitig. EM-Splitter: Vermisste Affenforscherin gefunden. Deutsche Küsten: Die Wahrheit ist eine Lüge. Siemens bewirft Ehepaar mit Königspython.

Nun gut, das letzte Beispiel fällt etwas aus der Reihe. Dafür hat es aber auch den größten Unterhaltungswert – und das ganz ohne schwarze Kassen. Eine reife Leistung.

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I Want To Ride My Light Cycle

In Unkatzegoriert on 10. Mai 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Dreidimensionale Umgebungen, in Echtzeit gerendert und kaum mehr von stockenden Bildwiederholungsraten behindert, werden immer lebensechter. Auch wenn die ans Ästhetische angelegten Kriterien eher ein niedriges Budget vermuten lassen, ist bei Bicycletron [via] die Kopie des vermeintlich Realen schon beinahe perfekt zu nennen. Die Zeichen der Wirklichkeit aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen, um als virtuelle Komponenten wieder aufzuerstehen. Die Immersion scheitert nur am Ende des Mediums.

Oder verwechsle ich hier die Perspektiven? Egal, Baudrillard wusste damals schon um die Ununterscheidbarkeit von Zeichen und Wirklichkeit. In dem Sinne: Es ist Sommer und die Leute knallen alle wieder durch. Ein guter Grund, in der Stube zu sitzen.

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Betroffen aufessen

In Unkatzegoriert on 5. Mai 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Jedesmal wenn irgendwo etwas Schlimmes passiert, schaut Birgit Schrowange sehr ernsthaft. Oder amüsiert. Oder lüstern. Ein endgültiges Urteil will ich mir nicht erlauben. Und so genau kann man das auch nicht sagen, da man die Rezeption des Gefühlszustandes von Frau Schrowange immer aus den Gegenschnitten ihrer Interviewpartner ablesen muss, während die Silhouette von Lev Kuleshov – im Anschnitt etwa ein Viertel des Bildes verdeckend – dazu wissend nickt. Wenn er denn noch leben würde, der alte Russe.

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Auf einem Auge blöd, auf dem anderen blind

In Allgemeines on 23. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , ,

Der Beweis: auch in einem Artikel über gewisse Eigenheiten der Apple-Gefolgschaft kann man den Nahost-Konflikt einbauen – zumindest als Analogie.

Grund für diese Erwähnung ist der so genannte Hostile Media Effect (pdf), der das Phänomen beschreibt, dass Medienbeiträge mit einem eigentlich recht hohen Grad an Objektivität radikal unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden. Interessanterweise greifen da gegensätzliche Mechanismen als beispielsweise beim Confirmation bias, denn es wird eher den Informationen Beachtung geschenkt, die mehr oder weniger dem eigenen Weltbild widersprechen.

Pro-Palestinian viewers said the news clips excused „Israel when they would have blamed some other country“; that the news accounts didn’t focus enough on Israel’s role in the massacre; that the segments would prompt neutral observers to take Israel’s side; and that the journalists who’d put together the stories were probably advocates of Israel. Israel’s supporters, meanwhile, said the exact opposite.

Die zweite Dimension, und hier wird es interessant, der Ausprägung dieses Effektes findet sich im Zusammenhang mit der Dualität des eigenen Weltbildes. Je mehr das eigene Weltbild in Kategorien von Wahrheit und Lüge, in den Mustern von Schwarz und Weiß gedacht wird, desto mehr erscheint solchen Personen eine Position, welche etwas in Abstufungen von Grau beschreibt, nicht nur weniger objektiv und fair, sondern auch gleich als Gegenteil der eigenen Kategorie.

Da ist es kein Wunder, dass sich die Kommentarteile der großen Onlinemedien und gewisse Teile der politischen Blogosphäre dermaßen ähneln, dass man sie kaum mehr voneinander unterscheiden kann. Aus beiden Perspektiven ist die mediale Landschaft gleichgeschaltet, sagt nicht die Wahrheit oder – wenn man höflich bleibt – liefert nur tendenzöse Berichterstattung.

Nicht dass dem in manchen Fällen nicht so wäre, aber man muss den Dingen, die da teilweise geglaubt und behauptet werden, nicht unbedingt auch glauben. Ein Mindestmaß an Abgleich mit der Wirklichkeit sollte man sich schon leisten. Das ist auch schon günstig zu haben, kostet nur ein wenig Vernunft.

Das sind offensichtliche Wahrheiten, mag man nun sagen, zum Glück sind immer nur die anderen davon betroffen. Und hat damit gar nichts verstanden.