Getaggt mit Meinung

Insofern so nah

Ich kann die grundlegende Kritik, die dort sehr vehement geäußert wurde einigermaßen verstehen. Auch wenn Generalisierungen und Schubladendenken ein unzertrennliches Paar sind. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber ja, kann man mal rauslassen, einige Richtige wird es schon treffen. Vielleicht damit auch mich.

Das hab ich aber erst heute Morgen beim Lesen dieses und dieses Artikels festgestellt. Da erscheint der intellektuelle Schlagabtausch doch in einem sehr merkwürdigen Licht. Und mir geht es hier nicht um irgendwelche geäußerten Positionen oder Ursachenunterstellungen, die sind großteils nachvollziehbar und müssen auch geäußert werden. Mir geht es um die ohne Verzug einsetzende Verbreitung des eigenen Wissens um die wahren Umstände, welches mit fast schon bewundernswerter Überzeugung vorgetragen wird.

Dabei ist doch der Zweifel der Vater der Gedanken. Und nein, auch wenn ich es hier genau andersrum geschrieben habe, ich widerspreche mir nicht. Es geht um ein fundamentales Ding, dass jeden, auch die Gelehrten in den berühmten Elfenbeintürmen betrifft. Eine unwiderlegbare Tatsache: Es gibt keine anderen Leute, es gibt nur uns.

Getaggt mit

M.e.d.i.e.n.

Ungewöhnliche Eigenreflexion bei der Zeit heute. Nur das Ding mit der Verachtung von Seiten des Publikums lassen wir uns noch mal durch den Kopf gehen, ja? Die bezieht sich nämlich nur auf die Medien und Formate einer jeweilig entgegen gesetzten Gruppe – oder Schicht oder Milieu. Bezeichnungen wie auch Binnenperspektiven sind hier austauschbar. Und Gegenstand dieser Verachtung sind nie deren Medieninhalte – daran ergötzt man sich auch gerne selbst – sondern die Gruppe. Bei einem immerhin bin ich gleicher Meinung:

Der Verdrängungswettbewerb auf dem Markt der Medien verführt diese dazu, nicht allein auf Qualität und Ausdauer zu vertrauen, sondern Sensationen zu produzieren und sich selbst marktschreierisch anzupreisen.

Und lasst doch mal den Günter GraSS in Ruhe, der ist ein alter Mann. Und alte Leute sind komisch. Wenn sie es nicht sind, werden sie es mit ziemlicher Sicherheit in näherer Zukunft sein. Ich weiß das. Eigene Erfahrung und so. Und jetzt ist Schluss mit dem Metadiskurs.

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A Network of Friends

Insgeheim habe ich ja Angst, dass das 100$-Laptop-Projekt nur eine wirkungslose Gutmenschen-Geste bleibt, der Skeptizismus von der Illusion der allesheilenden Vernetzung an die Wand gestellt, die Pistole an der Schläfe. Andererseits ist es nicht zu leugnen, das der Zugang zum kulturellen Kapital – um mal den ollen Bourdieu zu gebrauchen – über die Kommunikationsröhren des Netzes geschieht. Somit zumindest virtuelle Partizipationsmöglichkeiten realisiert werden können.

Und hierbei – fast schon zu exakt – natürlich neuere soziologische Theorien über die sozialen Strukturen des neuen Jahrhunderts den Rahmen bilden, inkohärente Netzwerke mit ihren unzähligen Verbindungsmöglichkeiten die Basis für einen großen Schritt nach vorne bilden sollen. Dazu scheint auch das Desktop-Interface, wenn man das noch so nennen kann, sehr durchdacht und spiegelt den Netzwerkgedanken beinah ungebrochen. Der Träumer in mir findet das faszinierend, der Verstand will abwarten und der Zyniker ist geneigt, diesen 2.0-Hippies die Pest an den Hals zu wünschen.

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