Mit ‘Meinung’ verschlagwortete Einträge

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Agenturpunker

In Allgemeines on 11. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , ,

Nirgends ist die Deppenquote höher als im Marketing- und PR-Sektor. Zumindest scheint es mir so. Aber mal von Anfang an. Vor einer halben Stunde auf dieses Buch gestoßen, das so gegen Ende Februar erscheinen soll. Zuerst mal beim Stichwort Punk allergisch reagiert, bei dessen Zweckentfremdung geht mir ja immer die Hutschnur; vor allem in Kombination mit dem Begriff Marketing. Hölle. Aber schauen wir erst mal was das Ganze denn sein soll:

In Punk Marketing, published by venerable HarperCollins, Laermer and Simmons take an irreverent penetrating look at the seismic change in the relationship between people who sell stuff – products, services, entertainment – and those who purchase it. They demonstrate that to survive in business, a revolutionary approach is needed – one they have branded “Punk Marketing” – and it’s one we all need to understand for the traditional divisions among commerce, content and consumers are continuing to blur ever more rapidly.

Aha, die Grenzen verschwimmen. Ich bin also bald mein eigener Inhalt und mein eigener Kommerz. Verdammt, dabei komm ich doch schon mit meinem eigenen inneren Schweinehund nicht klar. Und jetzt auch noch das?

Auf der zugehörigen Website kann man dann noch kurze Auszüge und das Manifest lesen. Ja, das Punk Marketing-Manifest, ganz schön revolutionär – möchte man meinen – was Richard Laermer und Mark Simmons da köcheln. Aber bei genauerem Hinblicken wird schnell deutlich, dass da nur eine weitere Verschwendung von Platz im öffentlichen Kulturraum ablaufen wird – eine Gebrauchsanweisung für einen Nagelclipper hätte den Platz auf diesen Seiten eher verdient. Statt realem Gebrauchswert gibts nur virales Marketing hier, Werbung in Second Life da, und an der Ecke steht auch die Product Placement-Hure. Was anderes kann man auch gar nicht erwarten. Damit wird sich dieses Buch in das große Archiv der dummdreisten Weisheiten einreihen, noch vor den Lovemarks.

Gegenreaktionen vom Establishment scheinen wohl auch schon online vertreten zu sein, unter punkstinks.com wird anonym gegen das Konzept des Punk Marketing Front gemacht.

Boycott the new book Punk Marketing and its ludicrous approach to marketing…Join us in boycotting this work of fiction in the guise of a business book and all that it stands for. People tell US we don’t know what we’re doing? Gimme a break.

Oder etwa nicht? Spätestens hier sollten die Alarmglocken läuten, also schnell eine Whois-Abfrage gemacht. Schlau, da findet man nichts raus. Also kurz die herkömmlichen Verdächtigen befragt, und wir finden eine klitzekleine Anzeige bei Craigslist. Ein Praktikantengesuch, lockere 5 Dollar die Stunde für dieses hier:

Mark and Richard need a punk (Mohawk optional, but they expect you to know Clash lyrics) to spearhead two initiatives: First, they’re going on tour (in a VW bus) to spread word of the Revolution and need someone to plan this itinerary, identify venues, and tell us which Waffle Houses to avoid. Second, they are enacting online vehicles–PUNKSTINKS and AWARDAWARDS and CAPTIVE CONSUMER are three–that must be populated with some fabulous functionality.

Also mal nicht die gefakte Lobpreisung des eigenen Produkts, wie sie öfter im Internet betrieben wird. Eher das Gegenteil. Ob das gewitzt und clever ist? Eher das Gegenteil. Denn daran gekoppelt findet man bei Youtube bis jetzt zwei kurze Videos, die – wohl mit der Hoffnung auf rapide Verbreitung – an das bekannte Lustig, muss ich in meinem Blog veröffentlichen und allen meinen Freunden schicken-Phänomen anknüpfen sollen. Dabei aber in ihrer Absichtlichkeit nur strunzdumm und/oder offensichtlich sind. Und armseligerweise auch noch mit Lindsay Lohan getaggt sind.

Somit schießt sich die Marketingkampagne 2.0 selbst in den Fuß. Der ist auch kaum zu verfehlen, schließlich gehört er hier dem sprichwörtlichen Elefanten im Porzellanladen. So bleibt es nur ein erbärmlicher Versuch; Gekonnt sieht anders aus. Das beweisen immer wieder die Yes Men. Aber die haben auch so was wie Integrität und stehen auf der richtigen Seite.

Um wieder zum Anfang zurück zu kommen: nirgends ist die Deppenquote größer, wobei ich anstandshalber zugeben muss, in diesem Bereich auch einige Leute zu kennen und sogar zu meinen guten Freunden zu zählen, die nicht scheiße sind. Im Gegenteil, sich einen gesunden Menschenverstand und die nötige Dosis Empathie bewahrt haben. Laermer und Simmons gehören da aber nicht dazu.

Nichts Schlimmeres als Kreative, die auch mal Punks waren oder meinten es zu sein. Heute aber mit ihren schicken Macs in Loftbüros hausen und keinerlei Bereicherung für die Welt sind. Macht was Sinnvolles oder bleibt mir vom Leib.

Und warum mich das so sauer macht? Darauf gibt Mark Federman in einem Artikel in der kanadischen National Post eine Antwort:

But in the short term, he says, online deceptions…have the potential to erode trust in events or moments that seem to be free of artifice or marketing interests.

Da habt ihrs, es gibt noch Authentizität. Und das ist gut so. Der Anteil an Lügen und Fakes in meinem täglichen Leben ist schon groß genug, i don’t need anymore. Marketing kann nie Punk sein.

Golfen übrigens auch nicht.

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Behindertenbonus, ausgereizter

In Allgemeines on 8. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Was ist mit meiner inneren Sicherheit? Der Sicherheit meiner Privatsphäre? Steh ich bald unter Generalverdacht? Abgesehen davon sollte man sich bei solchen Themen erst vorher informieren, was denn machbar ist und mit was man sich der Lächerlichkeit preisgibt.

An das Internet muss er aber immer“, ist laut Innenminister die eindeutige Lehre, die Strafverfolger aus dem bisherigen Verhalten von Terroristen geschlossen haben. Dementsprechend müssten ihnen Trojaner geschickt werden, von denen Schäuble zugibt, „gerade mal so“ zu wissen, was die Trojaner können. Er selbst habe jedoch keine Angst vor Spionage-Software, so Schäuble im Interview: „Nein, ich öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die ich nicht genau einschätzen kann. Außerdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken.

Leute, die nichts zu verbergen haben, müssen sich also keine Sorgen machen. Und es trifft bestimmt immer die Richtigen. Terroristen und Kinderschänder. Ist doch nur für die innere Sicherheit.

Ja klar. Wenn die Hölle zufriert.

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Schreiben macht blöd

In Allgemeines on 5. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Der Herr Wagner schreibt doch keinen Brief an den Klimawandel, also lag ich hier falsch. Nein, der Herr Wagner schreibt einen Brief an die Klimaforscher und bedankt sich für die Aufklärung über die drohenden Konsequenzen. Da kommt er aber früh drauf, um nicht zu sagen er ist Jahrzehnte hintendran. Aber der Herr Wagner hat auch eine gute Entschuldigung, denn der Baum bei ihm vorm Fenster würde ja jeden Sommer wieder blühen. Und die vielen kleinen Tierchen, ach:

Es flattert ein Schmetterling, es summt eine Biene. Ich bin so ein Halb-Grüner. Ich dachte, wenn der Schmetterling fliegt, dann ist alles gut.

Jahrelange Realitätsverleugnung hat auch ihre Vorteile. Um die kommt nämlich auch der neueste Aufruf von Attila Albert nicht drum herum, der anscheinend eher aus aufmerksamkeitsökonomischen denn aus ethischen Beweggründen veröffentlicht wurde. Aber wer will denn da böse sein – Realitätsverleugnung und Doppelmoral sind so ein schönes Pärchen, wie sie da unter dem blühenden Kirschbaum der Verdammnis auf der Parkbank sitzen. Wir müssen nur unsere Händchen fest genug halten, dann wird alles wieder gut. Nicht wahr, Herr Wagner?

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Autonome Gewalt – die ohne Hasskappe

In Allgemeines on 4. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

In der Zeit heute Morgen ein sehr interessanter Artikel von Ulrich Greiner. Ohne stümperhaft wiedergegebene Medienrezeptionsstudien macht er einen sehr interessanten Punkt auf: welche Rolle spielt die Motivation hinter Gewalttaten? Und wie hängt diese mit den tatsächlich verübten Taten zusammen? Denn die seien immer öfter nicht mehr allein durch ihre Beweggründe zu rechtfertigen. Greiner holt dabei weit aus und macht einen imho unnötigen Umweg über die Literatur- und Religionsgeschichte. Der wichtige Aspekt wird aber auch ohne klar: Gewalt besitze im Punkt ihrer Ausübung auch immer eine aus der Gewalt selbst hervorgehende Dimension der Rechtfertigung:

Welch scheinbaren oder wirklichen Grund auch immer eine Mordtat haben mag: Im Augenblick der Wiederholung ist er aufgehoben, die Gewalt wird zum Selbstzweck. Sutterlüty sagt, die Tat folge nun Motiven, »die aus der Erfahrung der Gewaltausübung selbst hervorgehen und keiner situationsexternen Ziele und Zwecke mehr bedürfen«. Die Gewalt nährt sich von sich selbst, sie wird autonom, und hier bildet sich die schwankende und verführerische Brücke zur Ästhetik, die ja ihrerseits Anspruch auf Autonomie erhebt.

Vergleichen könnte man das vielleicht mit den trance-artigen Zuständen, die Hochleistungssportler erreichen; oder auch den kollektiv-überhöhten Erfahrungen der Massenbegeisterung. Das Alles-um-sich-herum-Vergessen bei einem Konzert könnte ein ähnlicher Zustand sein wie die erlebte Autonomie der Gewalt, wenn man sich denn in der Täterrolle befindet.

Auf diesen Gedanken basierend, müssten wir diese Autonomie auch in ästhetisierten Formen wieder finden, in Filmen und Spielen. Eine Verherrlichung von Gewalt durch die Fixierung auf die ihr eigene autonome Dimension. Und hier stellt sich die Frage, an der sich Greiner dann auch messen muss: Gewiss ist die dunkle Seite der Menschen faszinierend und gewiss gibt es Momente der Konfrontation, in denen die Gewalt zum Selbstzweck wird. Aber kann da ein Verbot helfen, oder zumindest die soziale Intelligenz der Menschen für solche Grenzsituationen schärfen?

Die einfache Antwort würde Ja lauten; aber wie so oft im Leben kriegt man nichts geschenkt und nichts ist umsonst. Meiner Meinung nach ist es der falsche Weg, diese medial übermittelten Erfahrungen von Gewalt (meist in der Form ihrer Ausübung) zu verbannen. Denn das ist der erste Schritt zur Tabuisierung dieser Elemente innerhalb des sozialen Gefüges namens Kultur – und damit auch dem Denken der Akteure. Und wir stehen bald an einem Punkt, an dem wir nicht mehr fähig sind, rational und mit der angebrachten ethischen Konsequenz* mit Gewalttaten umgehen können – wir ratlos und verwundert unsere Gesellschaft zusammenfallen sehen.

Vielmehr müssen wir in der Lage sein, diese Momente autonomer Erfahrung zu erkennen und auch vernünftig damit umgehen zu können. Der Moment der Reflexion über das eigene Tun – sei es nun beim fanatischen Kreischen bei Tokio Hotel oder dem Malträtieren eines Obdachlosen – sollte vorhanden sein. Und diese Fähigkeit, sich selbst und seine Aktionen und Reaktionen zu verorten, kommt nicht von alleine. Sie muss gelehrt und vermittelt werden. Damit gewinnen wir dann auch die Fähigkeit, medial dargestellte und inszenierte Formen der Gewalt in einem anderen Kontext zu sehen. Einem Kontext, der uns ermöglicht, diese in Relation zu unserem eigenen Denken und Handeln zu verarbeiten. Soll heißen, mit einen entsprechenden Handwerkszeug ausgestattet ist es uns möglich, nicht nur mediale Gewalt als abstrakte Form der Ästhetisierung zu begreifen, sondern auch positiv für uns zu nutzen – eine Art interner Katalysator, wenn man so will.

Und wie passend, gerade laufen die Misfits mit Last Caress.

* Mit ethischer Konsequenz ist hier keineswegs eine Beschränkung auf einzelne Faktoren des Sozialsystems (wie zum Beispiel das Strafrecht) gemeint, sondern eine möglichst universale Perspektive, die allen Motiven und Gründen die entsprechende Aufmerksamkeit schenkt.

P.S. Ein ähnliches Thema hat heute auch Heise. Ich würde das aber noch mehr auf allgemeine Medien- und Sozialkompetenz ausweiten.

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Hilarity 2.0

In Allgemeines on 3. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Noch mal das Thema meines gestrigen Postings aufgreifend: die Reproduktion des Immergleichen kann auch von 1000 Bloggern betrieben werden. Dazu passend die dpa-Meldung, die heute über Heise kommt:

Senatorin Clinton informierte sich laut Palfrey persönlich bei besonders einflussreichen politischen Bloggern über ihre Sichtweisen – wohlwissend, dass deren Online-Kommentare bis zu 500.000 Menschen täglich lesen. „Vor zehn Jahren wirkten vielleicht 100 Journalisten auf die wichtigsten Fernseh-Sendungen ein. Heute haben auch mindestens 1000 Blogger Einfluss“, betont Steven Clift, der für die Vereinten Nationen die Möglichkeiten des Internets für Demokratien erforschte.

Weiter wird da Hilary Clinton ihre erste ‘gewonnene Schlacht beim Einzug ins Weiße Haus’ zugesprochen. Schön schön. Nur das Problem dabei wird sein, dass eine effektive Nutzung des Internets für einen Wahlkampf im amerikanischen Stil eben keine Diversität von politischen Meinungen – und einen darauf folgenden Diskurs – hervorbringen kann, und ihrer auch gar nicht bedarf. Denn im Zuge der Bindung von Wählerstimmen können nur immer die gleichen populären Kommunikationsformen aufgegriffen werden, diesmal eben web-spezifisch. Die sind durch ihre Form auch immer nur an inhaltlich verringerte Perspektiven gebunden, aber gelten trotzdem als ‘Alternative’ – Web 2.0 als etabliertes Massenmedium dann bald. Innovation setzt immer am Menschen an, nicht an den Werkzeugen die er benutzt; der Umkehrschluß ist falsch gedacht. Also nichts wirklich Neues im Block. Schöne Aussichten.

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Bolt Throwie

In Unkatzegoriert on 1. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , ,

Ich erinnere mich, mal spät nachts auf Arte einen kurzen Beitrag über innovative, zukünftige Ausdrucksformen des Graffitis gesehen zu haben. Darunter ein Graffiti-Artist, der mittlerweile mittels Langzeitbelichtung und verschiedenfarbigen Taschenlampen Fotos macht, auf denen Lichtspuren – die Graffiti-Ästhetiken aufgreifend – Bilder in die Bilder gezeichnet haben. Sehr faszinierend, und leider hab ich mittlerweile seinen Namen vergessen. Im Zusammenhang wurden auch Throwies gezeigt, wer nicht weiß was das ist, hier die kurze Beschreibung aus der Wikipedia:

Ein LED Throwie (engl.) ist ein kleiner, aus einer LED, einer Knopfzelle und einem Magneten bestehender Leuchtkörper, welcher auf Metalloberflächen an öffentlichen Orten geworfen wird, dort haften bleibt und dadurch eine ähnliche Wirkung wie Graffiti an der besagten Stelle hinterlässt.

Sozusagen die mikroelektronische Variante der urbanen Verschönerung / Bereicherung / Rückeroberung / Whatever. Einer der bekanntesten Artists ist Peter Berdovsky aka Zebbler, der vor kurzen für eine Marketingkampagne angeheuert wurde; und zwar sollte er für die kommende Kinoverfilmung der Zeichentrickserie Aqua Teen Hunger Force in Boston (und wahrscheinlich später auch in anderen Städten) seine Throwies verteilen. Also alles schön viral und so. Hat er auch gemacht, mit Folgen: fast ganz Boston war wegen Terrorverdacht lahm gelegt, und er muss sich gerichtlich dafür verantworten. Mittlerweile wird das von vielen amerikanischen Medien als terror hoax bezeichnet.

Von solchen Marketingkampagnen mag man halten was man will, aber das ist meilenweit überzogen. Um nicht zu sagen dumm. Hier sieht man bei jeder Kirmes 12-jährige Kinder mit irgendwelchen blinkenden LED-Dingern in der Hand, an der Kleidung oder sonst wo. Einer meiner Freunde hat auch die Angewohnheit, diese Dinger – Gott bewahre – in den Mund zu stecken, weil das so schön leuchtet. Und ja, er ist schon seit langem erwachsen und noch mal ja, die Dinger gibt es auch noch mit Ton. Derbe abgefahren, was?

Also, was soll das Ganze? Gab es niemanden, der in diesem eskalierenden Prozess einmal innegehalten und sich gedacht hat: Hey, das war nur ein verunglückter Marketing-Stunt? Offenbar nicht. Kollektive Paranoia vs. gesunden Menschenverstand, in der 5vor12ten Minute Spielstand 1:0. Wär ja lustig, wenn nicht gleichzeitig die Bürgerrechte den Bach runtergehen würden, und damit mein ich kein Flüsschen; eher einen reißenden Strom.

Andererseits, das wird den ganzen kulturverpestenden Viralmarketern einen schönen Dämpfer verpassen. Das ist dann wohl die gute Seite der Münze – auch wenns nur ein 5-Cent Stück ist. Mehr dazu gibts beim Bootsektor und auch Wil Wheaton hat einen passenden Kommentar parat. Bombige Stimmung also in Boston, da hilft auch kein Working 3rd Class Streetpunk mehr.

Und sorry für das schlechte Wortspiel im Titel, ich konnte nicht anders.

Update: Wil hat noch mal nachgelegt.

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Freiheit und was sie ihr bedeutet

In Allgemeines on 31. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Die Uschi Obermaier im Film, Natalia Avelon, gibt in einem Interview ihre Definition von Freiheit von sich, nach einigen Worthülsen über Strandspaziergänge und Liebe endet sie damit:

Und frei bin ich vor allem, wenn ich Kohle habe und ausnahmsweise nicht abgebrannt bin.

Ein sehr schöner und vielleicht auch tiefer Spalt, der sich da auftut; zwischen den Idealen der 68er und dem heutigen Abstand dazu. Ob das der Avelon – und auch vielen der Protagonisten von damals – auch auffällt? Ich glaube nicht. Lieber das Leben liebend sich einfügen in die Bourgeoisie der Freidenker und Individualisten. Das eigene Einkommen gesichert. Die Tatsache, so geworden zu sein wie die eigenen Eltern – bleibt unerkannt. Immerhin eine sportlich-faire Lüge, die man lebt, da kann ich nicht meckern. Freude kommt aber bestimmt keine auf. Eher das Gegenteil.

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Skandal im Spiegel

In Allgemeines on 31. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Heute morgen einen kurzen Blick reingeworfen. Und mich gleich wieder aufgeregt. So was kann man doch nicht unter die Leute bringen. Da sieht man mal wieder was passiert, wenn ökonomische Interessen dahinter stehen. Da wird nicht kritisch hinterfragt und die Welt wird sich auch schon mal passend hingebogen. Nichts mehr mit Nachweisbarkeit, das ist schon lange vorbei. Heute regieren da Hörensagen und Halbwissen – die zwei hässlichen H’s.

Manchmal mag ich da morgens gar nicht reingucken, aber man kann ja nicht mit einer Scheißfrisur aus dem Haus.

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Worte statt Bild

In Allgemeines on 22. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Die BILD hat offenbar ihr ökologisches Gewissen entdeckt. Anders kann ich mir diesen Artikel nicht erklären. Wurde denn nicht vor kurzem noch der grüne Punker Trittin fälschlicherweise angeprangert, weil er eben das Logischste – den Verzicht auf unnötige Autofahrten – als Option bot? Und ich erinnere mich an eine BamS-Meldung, die einer (ebenfalls grünen) Bundestagsabgeordneten unterschwellig zum Vorwurf machte, dass sie kein deutsches Auto als Dienstwagen hat – sondern ein asiatisches Modell mit Hybridmotor?

Und was soll ich nun davon halten? Neben dem unnötigen, um nicht zu sagen frechen, Vattenfall-Namedropping kommen jetzt Ratschläge wie dieser:

Deutsche Autos verbrauchen im Schnitt 6,8 Liter auf 100 km. Kaufen und mieten Sie nur noch Autos, die darunter liegen.

Autor ist übrigens Attila Albert, schreibt sonst wohl gerne über neue Titten, und ist auch kein Unbekannter, siehe hier und hier. Und nun sei mir noch eine rein hypothetische Frage erlaubt: aus welcher Ratgeberbroschüre hat er denn das geklaut?

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15 Minuten bis zur Tagesschau

In Allgemeines on 21. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,

Es ist 19.47 Uhr genau. Nicht mehr ganz 15 Minuten, aber einiges muss noch raus, da zu interessant zum Liegenlassen. Bei Wired gibts einen sehr interessanten Artikel über Ian Bogost, der auch ein tolles Statement über Videospiele abgibt:

I think they need to be given the opportunity to bother and disturb us.

Und damit hat er Recht. Das neue Wired-Design ist übrigens sehr gut geworden. Schlicht und jede Menge Weiß, sehr angenehm zu lesen.

Und weil Viele es immer noch nicht gemerkt haben: es gibt keinen Gott. Und auch sonst nichts. Nur das was wir mit unseren Sinnen erfassen und beschreiben können. Deshalb The Root of All Evil von Richard Dawkins lauschen und zusehen. Beiden Teilen, bitte.

19.59 Uhr jetzt. Schluss. Es ist Zeit für Spießernachrichten.

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Kommerzsäue pt. 2

In Allgemeines on 19. Januar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , ,

Nachtrag hierzu: Heute muss ich in der Netzeitung dieses Interview mit irgendeinem Coaching-Marktschreier namens Andreas Hoffmann lesen. Und da möchte man sagen: Um Himmelswillen, wer hat dem denn ins Hirn geschissen? Und dem Interviewer ebenfalls, solche Antworten sollte man doch nicht unreflektiert stehen lassen:

Absolut entscheidend ist die Motivation und das Engagement des Betroffenen, eine neue Herausforderung ernsthaft suchen zu wollen…Menschen wie Henrico F. sollten reflektieren, berufliche Wünsche und Ziele definieren. Sie sollten das eigene «Beraterumfeld» prüfen und, wenn nötig, wechseln und dann Schritt für Schritt dem neuen Ziel entgegen gehen.

Millionen Menschen fehlt also nur der Schneid in der Hose? Und noch schlimmer: soziale Kontakte bestehen also nur zu ihresgleichen, den ebenfalls arbeitslosen Freunden? Na dann kein Wunder das die keine Arbeit finden, denn wenn sie sich aufraffen würden, wäre das kein Problem. Es scheint, die wollen doch nur nicht.

Man kann Hoffnung schöpfen und einen neuen Weg einschlagen, statt im Hartz-4-Sarg zu enden und sich dann womöglich «arbeitstauglich» für eine Arbeitslosen- Initiative politisch stark zu machen, wie F. es tat.

Und diesen neuen Weg hätte ihm der gute Andreas Hoffmann gezeigt. Und das sogar für umsonst! Undankbares Pack aber auch. So wurde es dann leider nichts mit dem triumphalen Zug durch die Talkrunden der Nation. Aber immerhin hat es für ein wenig Schmalspur-PR in der Netzeitung gereicht. Das kommt anscheinend dabei raus, wenn Ex-Vertriebsmitarbeiter sich selbstständig machen, weil es nicht für einen Job bei KPMG oder Accenture gereicht hat. Und dann zu eigentlich politischen und sozialen Themen ihre Scheiße auch noch auf den Haufen packen dürfen.

Ich bin bedient. Und das hat der Andreas Hoffmann auch für ganz umsonst gemacht.