Getaggt mit Na Danke!

How i spent my summer vacation

Eine Disco. So sagt man hier dazu, Club können das meinetwegen die Berliner oder die Hamburger nennen. Noch besser: eine Rockdisco. Die Wände sind mit Auslegware beklebt, lila vielleicht, aber das kann man im Halbdunkel schlecht einschätzen. Unterbrochen von Plakaten, die abwechselnd eine Veranstaltung – mit dem Motto “Respect to Sir Elton John – Die Partynacht mit Rollrasen”, daneben das Logo eines örtlichen Rollrasenvertriebs – oder Produkte der CMA anpreisen. Die Jack Daniels-Fahne neben dem Eingang könnte man da beinahe übersehen. Publikum gemischt, darunter etliche Damen älteren Jahrgangs, auf deren ausladendem Dekolletés ich meine Cola abstellen könnte, und ein junger Mensch mit RAC-Slogan auf dem T-Shirt, in dessen Gesicht ich meine Faust parken könnte. Die Musik ebenfalls eine Mischung aus alten Klassikern und, nun ja, neueren Klassikern, die man alle schon öfter gehört hat, als einem lieb sein kann.

Ich gehe als erster, der Gnom hinter der Kasse grunzt zum Abschied.

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No Gods, No Masters ist ja auch so 80er

Also wenn es nach mir ginge, dann würde diese Liste einen treffenderen Titel tragen. Denn mal ehrlich, da eine Überschrift wie ‘List of christian Hardcore, Ska, Oi! and Punk bands’ zu verwenden beinhaltet schon ein gerüttelt Maß an Widersprüchen und unzulässigen Kategoriezuschreibungen.

Beispiel gefällig? Hier:

These are some really talented guys with a great message, singing topics such as the evils of abortion to false Christian teachings, they will smack you right in the face with a dose of Christ’s teachings.

Talentierte Jungs, nicht? Mein Gegenvorschläg wäre ‘List of Hardcore, Ska, Oi! and Punk bands that are in fact not Hardcore, Ska, Oi! and Punk bands, instead these are bands that you have to absolutely avoid, under all cirumstances and even if your life depends on it’. Das würde es dann doch besser treffen.

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Über dumme Leute schimpfen ist wie zu Architektur…ja was?

Gestern Abend auf dem Bahnsteig spricht er mich an. Ob denn der Zug in das Bauernkaff, dessen Namen man nicht nennen darf, schon weg sei. Ich bejahe. Das sieht er offenbar als Aufforderung, mir zu erzählen wie die Herren des öffentlichen Nahverkehrs ticken. Nämlich gar nicht, denn irgendjemand habe ihnen an den Ort, wo normalerweise das Gehirn sitzt, reingewichst. Deswegen seien sie Arschlöcher, Hurensöhne, Drecksäue und Wichser.

Naja, von Wichs kommt Wichs, denke ich so bei mir und hoffe, dass er mein Signal in Form eines geflissentlichen Abwendens verstehen wird. Schließlich bin ich noch die nächsten zehn Minuten an diesen Bahnsteig gefesselt. Aber weit gefehlt, er war noch nicht fertig, da wären noch die Schulbusse, da habe er heute morgen ganze drei Stück von gesehen, und die seien leer gewesen. Wer sich sowas denn ausdenke, fragt er. Der müsse ein ganz großer Wichser gewesen sein. Dabei betont er komischerweise mehr den zweiten Buchstaben, dass es eher wie Wiener mit einem Zischlaut in der Mitte klingt.

Bei der Landtagswahl, da habe er es den Herren aber gezeigt, seinen Wahlzettel habe er in Fetzen gerissen und den Schweinen ins Gesicht geworfen. Nun ja, denke ich gequält bei mir, die armen Wahlhelfer werden gedacht haben, der sei sogar zum NPD-Protestwählen zu blöd. Behalte diesen Gedanken aber für mich, da ich zu nett, ruhig und zuvorkommend bin, um den ganzen Deppen da draußen das zu sagen, was ich eigentlich sagen will. Deswegen mache ich das ab jetzt woanders. Und zwar hier: Meinungsfreiheit ist was tolles.

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