Getaggt mit Persönliches & Alltag

Any Attempt To Continue Is Futile

Reiten war, für mich zumindest, bei anderen mag es da anders aussehen, nie eine begehrenswert durchzuführende Tätigkeit. Trotzdem könnte man meinen, ich hätte mich in meinem Leben beinahe durchgängig auf das falsche Pferd gesetzt. Damit würde man zwar Redewendungen bis zur Grenze ihrer Belastbarkeit treiben, aber so ganz unrecht hätte man damit nicht.

So wie jetzt hat es dann geendet. Und damit könnte der Ausgang der Bundestagswahl gemeint sein, ist es aber nicht. Das ist rein persönlich, was ich hier beschreibe. Auch meine Enttäuschung. Ein schlauer Mann hat mal gesagt, jeder in der FDP müsste Dahrendorf gelesen haben, dann könnte man mit dem Haufen zumindest ein kleines etwas anfangen. Aber mit diesem Bonmot würde man wohl nur – um unsere englischen Freunde zu bemühen – auf ein totes Pferd eindreschen. Und das wollen wir doch nicht, so als Tierschützer.

Da treiben wir lieber Redewendungen bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit.

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Zeit vergeuden

Der habe auch immer gedacht, er könnte die Welt zerreißen. Sagt meine Mutter am Kaffeetisch, nahtlos anknüpfend an die Erzählungen von den Beerdigungen der letzten Woche. Da hätten sie zwei Klappstühle mitgenommen, denn wenn man nicht schon zwei Stunden vorher käme, wäre die Aussegnungshalle schon dermaßen voll, dass einem nur das Stehen übrig bleiben würde.

Der habe auch immer gedacht, er könnte die Welt zerreißen. Sagt mein Vater, als er erzählt von damals. Als sie in einer Cessna über das kleine Dorf flogen, dass sie Heimat nennen. Treu seinen schwäbischen Wurzeln habe der da beim Blick auf seinen kleinen Zuliefererbetrieb für einen Maschinenbauer in dem etwas größeren Städtchen den Berg hinab gescherzt, dass er da bei sich unten gar niemand arbeiten sehen würde. Das könne da ja nicht mit rechten Dingen zugehen. Ging es aber doch, in staubtrockenen Sommern, in denen ich dort mit Lötkolben und Schraubschlüssel meine Jugend absaß, konnte ich mich davon überzeugen.

Der habe auch immer gedacht, er könne die Welt zerreißen. Manchmal sitzt er auf der Terasse vor dem Haus und keiner weiß, ob er überhaupt noch etwas mitbekommt, von dem was war und von dem was ist. Besuche werden mit vorwurfsvollem Ton angemahnt und verlaufen in der Regel ereignislos.

Die Klappstühle stehen in der Garage, jederzeit griffbereit.

Für die alten Freunde, die Weggefährten und den ganzen Rest.

Man kannte sich schließlich.

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Ich komm aus Berlin, wir können alle nich’ autofahren

Wenn draußen vor dem Fenster der Regen versiegt, langsam ein wenig — man verzeihe die krude Kombination der jeweiligen Wörter und ihrer Bedeutungen — der Sonne zum Vorschein kommt, dann könnte man anfangen, eine neue Geschichte zu erzählen. Nur wäre es allerdings unklar, von was diese handeln sollte. Von seltsamen Zeiten des Übergangs, in denen man nicht weiß, wo das sein soll, was man Zuhause nennt. Zeiten, in denen zur Ruhe kommen in etwa so wahrscheinlich ist wie qualitativ hochwertiges Schuhwerk bei Deichmann. Oder andere, wichtigere Sachen, die sich gefälligst mal zum Besseren wenden könnten.

Neben dieser Litanei an die Götter eines guten Lebens weiß ich natürlich auch noch eine unterhaltsamere Angelegenheit zu berichten. So wurde ich doch in einer Sache der Straßenverkehrsordnung zum ersten Mal in meinem Leben als Scheiß-Deutscher tituliert. Unter allen Völkern des Erdenrunds.

Na ja.

Irgendwo müssen die Zuschreibungen ja gepflegt werden, wenn sie nicht nur gelebt werden wollen.

Und wo wir bei Schreibungen sind, dieses Blog ist sehr ungepflegt, man könnte beinahe meinen, es stinke schon. Tut es aber nicht, es wartet — wie das unentdeckte Ei des außerirdischen Monsters in der letzten Einstellung vor dem Abspann — auf den zweiten Teil. Den zweiten Teil wovon?

Nun, wenn ich das wüsste, ich wäre schlauer.

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